Entführte Deutsche war mehrfach gewarnt worden
Ein Bekannter der Deutschen sagte, diese sei gemeinsam mit einem irakischen Kollegen aus der kurdischen Stadt Erbil nach Mossul gekommen. Vor zehn Tagen sei ihr dann das Geld, dass sie von deutschen Wohlfahrtsorganisationen bekomme, ausgegangen. «Sie sagte, sie wolle in Erbil neues Geld holen», sagte der Gewährsmann. «Sie machte sich mit ihrem Fahrer auf den Weg und kam nicht mehr zurück.»
Die Aufständischen haben in den vergangenen zwei Jahren immer wieder Anschläge in Mossul, 360 Kilometer nordwestlich von Bagdad, verübt. In den vergangenen Monaten verbesserte sich die Sicherheitslage allerdings leicht.
Durch eine Freilassung von Osthoff würden die Kidnapper die «positive Haltung Deutschlands gegenüber dem Irak» anerkennen, hieß es in einer Erklärung des Verbandes. Die Muslimischen Gelehrten betonten, dass Osthoff mit einem irakischen Muslimen verheiratet ist, der «ein Mitglied des Schammar-Stammes aus Mossul ist». Der Schammar-Stamm ist einer der größten im Irak, und ihm gehören Sunniten und Schiiten an. Ebenso stand in der Erklärung, dass die Deutsche im Irak als Archäologin arbeite. Zu den entführten Christen hieß es, ihre Freilassung würde ihren Einsatz für die Bedürftigen Iraker würdigen.
Der Verband der Muslimischen Gelehrten soll Verbindungen zu einigen Rebellengruppen im Irak haben. Die Organisation hat schon mehrfach zwischen westlichen Regierungen und Aufständischen vermittelt, um Geiseln frei zu bekommen. (nz)

