netzeitung.deEntführte Deutsche war mehrfach gewarnt worden

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Susanne Osthoff (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Susanne Osthoff
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Susanne Osthoff, die im Irak entführte Archäologin aus Deutschland, hat seit einem halben Jahr in Mossul gearbeitet. Dort wollte zum Schluß niemand mehr für ihre Sicherheit garantieren.

Die im Irak entführte deutsche Archäologin Susanne Osthoff ist mehrfach von irakischen Behörden gewarnt worden. Osthoff, die seit Mai in der nördlichen Stadt Mossul arbeitete, wurde dort von örtlichen Behörden gewarnt, man könne für ihre Sicherheit nicht länger garantieren. Das sagte ein Beamter im Mossul.

Osthoff arbeitete nach Angaben der Archäologie-Behörde von Nineve an der Renovierung des Tutundschi-Hauses im Bezirk Sirdschchanah. Behördenchef Musahem Mahmud al Saubai sagte, seine Abteilung habe der Zentrale in Bagdad sowie dem Vizegouverneur von Nineve und dem Polizeichef in den vergangenen Wochen Briefe geschickt und sie darüber informiert, dass man keine Verantwortung für die Sicherheit Osthoffs mehr tragen könne.

Ein Bekannter der Deutschen sagte, diese sei gemeinsam mit einem irakischen Kollegen aus der kurdischen Stadt Erbil nach Mossul gekommen. Vor zehn Tagen sei ihr dann das Geld, dass sie von deutschen Wohlfahrtsorganisationen bekomme, ausgegangen. «Sie sagte, sie wolle in Erbil neues Geld holen», sagte der Gewährsmann. «Sie machte sich mit ihrem Fahrer auf den Weg und kam nicht mehr zurück.»

Die Aufständischen haben in den vergangenen zwei Jahren immer wieder Anschläge in Mossul, 360 Kilometer nordwestlich von Bagdad, verübt. In den vergangenen Monaten verbesserte sich die Sicherheitslage allerdings leicht.

Aufruf zur Freilassung
Unterdessen rief der einflussreiche Verband der Muslimischen Gelehrten die Aufständischen im Irak am Mittwoch zur Freilassung der fünf westlichen Geiseln aufgerufen. Neben der deutschen Archäologin Susanne Osthoff halten Unbekannte auch vier Mitarbeiter einer christlichen Hilfsorganisation in ihrer Gewalt. Dabei handelt es sich um zwei Kanadier, einen Briten und einen Amerikaner.

Durch eine Freilassung von Osthoff würden die Kidnapper die «positive Haltung Deutschlands gegenüber dem Irak» anerkennen, hieß es in einer Erklärung des Verbandes. Die Muslimischen Gelehrten betonten, dass Osthoff mit einem irakischen Muslimen verheiratet ist, der «ein Mitglied des Schammar-Stammes aus Mossul ist». Der Schammar-Stamm ist einer der größten im Irak, und ihm gehören Sunniten und Schiiten an. Ebenso stand in der Erklärung, dass die Deutsche im Irak als Archäologin arbeite. Zu den entführten Christen hieß es, ihre Freilassung würde ihren Einsatz für die Bedürftigen Iraker würdigen.

Der Verband der Muslimischen Gelehrten soll Verbindungen zu einigen Rebellengruppen im Irak haben. Die Organisation hat schon mehrfach zwischen westlichen Regierungen und Aufständischen vermittelt, um Geiseln frei zu bekommen. (nz)