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Festnahme von Hussein im Erdloch erfunden

10. Mrz 2005 10:19, ergänzt 11. Mrz 2005 12:07
Saddam Hussein bei seiner Festnahme
Saddam Hussein wurde bei seiner Festnahme angeblich aus einem Erdloch gezogen. Ein US-Soldat sagt nun, die Festnahme sei erfunden und von einem Filmteam der US-Armee nachgestellt worden.

Der irakische Präsident Saddam Hussein wurde nicht am 13. Dezember 2003 verhaftet. Das zumindest behauptet ein ehemaliger Soldat der US-Armee in der saudi-arabischen Zeitung «Al Medina».

Mehr in der Netzeitung:
Nadim Abou Rabeh war nach eigenen Angaben Mitglied einer 20 Mann starken Suchtruppe, zusammengesetzt aus Arabern und Amerikanern, die in der Umgebung von Tikrit nach Hussein suchte.

Drei Tage nach Beginn des Einsatzes, so Abou Rabeh, habe man am 12. Dezember in der Umgebung von Dour bei Tikrit den flüchtigen Ex-Präsidenten in einem bescheidenen Haus in einem Dorf aufgefunden, «nicht in einem Erdloch, wie behauptet wird». Es habe einen längeren Schusswechsel gegeben, Hussein selbst habe aus dem Fenster eines Zimmern im ersten Stock gefeuert.

Film der US-Armee eine Fälschung

Laut Abou Rabeh kam bei dem Schusswechsel ein US-Soldat libanesischer Abstammung ums Leben. Schließlich aber habe Hussein lebend gefasst werden können - einen Tag vor der offiziellen Festnahme. Erst später habe ein Produktionsteam der US-Armee Saddams Festnahme für den später verbreiteten Film nachgestellt. Das Erdloch, aus dem Hussein angeblich gezogen worden sei, sei zuvor leer gewesen.

Das US-Militär hatte nach der Gefangennahme Reporter zur angeblichen Fundstelle geführt. Mehrere US-Soldaten, die an der Aktion teilgenommen hatten, hatten die Filmversion der Festnahme bestätigt.

Bereits im Dezember hatte Husseins Anwalt behauptet, die Festnahme im Erdloch sei eine Erfindung der US-Armee.

Das Pentagon bleibt jedoch bei seiner Version der Geschichte. Dort wies man die Aussagen von Abou Rabeh als «lächerlich und falsch» zurück. (nz)

 
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