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US-Armee warnt vor ungebrochenem
Widerstand in Falludscha

18. Nov 2004 11:30
Teile der US-Armee im Irak warnen vor einer Reduzierung der Truppen in Falludscha. Doch in Mosul, Ramadi und anderswo werden dringend Soldaten gebraucht.

Die US-Armee im Irak hat offenbar zu wenig Soldaten zur Verfügung. Nach der Offensive gegen Aufständische in Falludscha warnt die Aufklärung der US-Marine vor einem Abzug von Einheiten in andere Städte.

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In einem siebenseitigen Bericht heißt es nach Informationen der «New York Times», der Widerstand in Falludscha sei nicht gebrochen. Zwar habe man die Stadt großteils zurückerobert, viele der Aufständischen hätten aber fliehen können oder hätten sich versteckt. Wenn man sich jetzt zurückziehe, werde der Aufstand voraussichtlich von neuem beginnen.

US-Armee keiner einheitlichen Meinung

In Washington und beim Zentralkommando der US-Armee im Irak hieß es, der Bericht stelle lediglich eine Einzelmeinung einiger Offiziere an der Front dar. Andere Geheimdienst-Erkenntnisse und Einschätzungen von Militärs kämen zu einem andere Ergebnis. Der militärische Geheimdienst-Oberbefehlshaber im Irak, John DeFreitas, sagte, «wir haben nicht vor, aus Falludscha abzuziehen und ein Vakuum entstehen zu lassen».

Allerdings: Mehrere hundert Spezialeinheiten wurden aus der Stadt bereits abgezogen. Die Soldaten wurden nach Mosul verlegt, wo die US-Armee bereits die nächste Offensive gestartet hat. Die US-Armee ist unter Zeitdruck. Grund ist der Wahltermin Ende Januar, vor dem die USA möglichst viele Teile des Irak wieder unter die Kontrolle der Regierung bringen wollen. Andernfalls, so fürchtet man in Washington, werde der Demokratisierungsprozess als Ganzes ins Stocken geraten.

«Ungewöhnliche Widerstandskraft»

In Falludscha soll in den kommenden Wochen mit dem Wideraufbau begonnen werden. Genau das könnten die Aufständischen zu verhindern versuchen, fürchten die Aufklärungseinheiten der Marine. Sie bescheinigt den irakischen Kämpfern in ihrem Bericht eine «ungewöhnliche Widerstandskraft». Militärische Niederlagen wie in Falludscha würden sie in «symbolische Siege» umdeuten, Propagandisten würden immer wieder neue Anhänger rekrutieren und nach wie vor verbreiten, die US-Armee sei schwach und werde bald aufgeben.

Die größte Gefahr aber sei, so der Bericht, dass die US-Armee die irakischen Aufständischen unterschätze. Gelinge es ihnen, die Wählerregistrierung im Dezember zu verhindern, dann werde die Wahl womöglich schon scheitern, bevor sie angefangen habe. (nz)

 
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