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US-Armee untersucht Tötungsvorwürfe

17. Nov 2004 10:20
In Falludscha wird gegen mehrere Soldaten ermittelt, die verwundete irakische Gefangene erschossen haben sollen. Menschenrechtler werfen der Armee Kriegsverbrechen vor.

Die US-Armee hat in der irakischen Stadt Falludscha Ermittlungen aufgenommen, weil Marineinfanteristen der US-Armee mehrere irakische Gefangene getötet haben sollen. Die Soldaten hätten auf Wehrlose geschossen, hieß es.
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Am Montag war zunächst der Fall eines verwundeten Irakers bekannt geworden, der von einem Soldaten in einer Moschee erschossen wurde. Die Tötung ist auf Fernsehaufnahmen dokumentiert, die auch andere Gefangene zeigen.

Der Soldat, der die tödlichen Schüsse abgegeben hatte, werde so lange nicht mehr bei Kämpfen eingesetzt, bis die Ermittlungen abgeschlossen seien, sagte der zuständige Truppenkommandeur. Laut CNN wird zudem das Vorgehen der übrigen an dem Einsatz beteiligten Marine-Infanteristen untersucht.

Auf dem Video sind insgesamt fünf irakische Männer zu sehen, die am vergangenen Freitag bei Kämpfen verwundet worden waren. Nach bisherigen Erkenntnissen habe nur einer von ihnen überlebt, berichtet CNN.

Zunächst sei den Gefangenen erste Hilfe geleistet worden, berichtet CNN. Kurz bevor ein amerikanischer TV-Korrespondent am Samstag das Video drehte, waren ihnen aber offensichtlich neue Wunden zugefügt worden.

«Jetzt ist er tot»

Auf dem Video ist ein Soldat zu hören, der anmerkte, dass einer Gefangenen noch atmete. «Er tut so, als sei er tot», sagte der Amerikaner, setzte sein Gewehr an und schoss auf den Gefangenen. «Jetzt ist er tot», stellte daraufhin ein anderer Soldat fest.

Auf den Aufnahmen ist auch ein Offizier zu sehen, dem die Truppe bestätigt, in der Moschee auf Menschen geschossen zu haben. Auf die Frage, ob sie bewaffnet gewesen seien, kam nur ein Schulterzucken.

Menschenrechtler reagierten entsetzt auf das Video und warfen der Armee Kriegsverbrechen vor. Offensichtlich seien die US-Soldaten in keiner Gefahrsituation gewesen, sagte der Direktor von Human Rights Watch in London, Steve Crawshaw. (nz)

 
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