netzeitung.deItaliener demonstrieren für Freilassung von Irak-Geiseln

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Tausende Italiener sind in Rimini für die Freilassung der im Irak entführten Frauen auf die Straße gegangen. Das Schicksal der Geiseln ist weiter unklar. Thema: Geiselnahmen im Irak Entführer dementieren Lösegeldforderung für französische Journalisten Entführer wollen Italienerinnen nicht freilassen Islamisten bekennen sich zu Entführung von Italienerinnen Zwei Italienerinnen im Irak entführt

In Italien und im Irak hat es Solidaritäts- Kundgebungen für die beiden entführten Italienerinnen gegeben. Wohin Simona Pari und Simona Torretta verschleppt wurden, ist bislang unklar. Die italienische Regierung sucht im Nahen Osten Unterstützung, um die Kidnapper zum Einlenken zu bringen.

Rund 6000 Menschen zogen am Donnerstagabend mit Fackeln durch die Straßen von Rimini und forderten die Freilassung der Italienerinnen, die in Bagdad für eine Hilfsorganisation tätig waren. «Befreit die Friedensfrauen», skandierten die Demonstranten.

Am heutigen Freitag ist eine Großkundgebung in Rom geplant. Am Donnerstagmorgen hatten etwa 50 Frauen und Kinder in Bagdad für die Freilassung von Pari und Torretta demonstriert.

Appell über Al Dschasira
Auf ihrer Nahostreise startete die italienische Außenstaatssekretärin Margherita Boniver einen Appell im arabischen Sender Al Dschasira. «Bitte helft diesen beiden jungen Frauen, so bald wie möglich sicher zu ihren Familien zurückzukehren - natürlich ohne Bedingungen.» Zugleich bekräftigte Boniver, dass die Regierung ihre Außenpolitik nicht ändern werde.

EU-Kommissionspräsident Romano Prodi sagte bei einer Veranstaltung in Genua, dass es die Kidnapper offensichtlich auf diejenigen abgesehen hätten, die Versöhnung und Frieden suchten. Er hoffe, dass Italien mit der irakischen Regierung eine gemeinsame Lösung finde.

Außenminister Franco Frattini traf in Rom die Botschafter der Länder der Arabischen Liga, um über eine Lösung für das Geiseldrama zu beraten. Die Diplomaten verurteilten die Entführung als terroristische Tat. Am Freitag empfängt Ministerpräsident Silvio Berlusconi zudem den irakischen Staatschef Ghasi al Jawer.

Nach der Verschleppung der Italienerinnen sind auf einer islamistischen Website zwei Bekennerschreiben von Extremisten veröffentlicht worden, die sich als Anhänger von Al-Qaeda-Führer Aiman al Sawahiri bezeichnen. An der Echtheit der Botschaften gibt es jedoch massive Zweifel. (nz)