Auf ihrer Nahostreise startete die italienische Außenstaatssekretärin Margherita Boniver einen Appell im arabischen Sender Al Dschasira. «Bitte helft diesen beiden jungen Frauen, so bald wie möglich sicher zu ihren Familien zurückzukehren - natürlich ohne Bedingungen.» Zugleich bekräftigte Boniver, dass die Regierung ihre Außenpolitik nicht ändern werde.EU-Kommissionspräsident Romano Prodi sagte bei einer Veranstaltung in Genua, dass es die Kidnapper offensichtlich auf diejenigen abgesehen hätten, die Versöhnung und Frieden suchten. Er hoffe, dass Italien mit der irakischen Regierung eine gemeinsame Lösung finde.
Außenminister Franco Frattini traf in Rom die Botschafter der Länder der Arabischen Liga, um über eine Lösung für das Geiseldrama zu beraten. Die Diplomaten verurteilten die Entführung als terroristische Tat. Am Freitag empfängt Ministerpräsident Silvio Berlusconi zudem den irakischen Staatschef Ghasi al Jawer.
Nach der Verschleppung der Italienerinnen sind auf einer islamistischen Website zwei Bekennerschreiben von Extremisten veröffentlicht worden, die sich als Anhänger von Al-Qaeda-Führer Aiman al Sawahiri bezeichnen. An der Echtheit der Botschaften gibt es jedoch massive Zweifel. (nz)