Italiener demonstrieren für Freilassung von Irak-Geiseln
10.09.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Rund 6000 Menschen zogen am Donnerstagabend mit Fackeln durch die Straßen von Rimini und forderten die Freilassung der Italienerinnen, die in Bagdad für eine Hilfsorganisation tätig waren. «Befreit die Friedensfrauen», skandierten die Demonstranten.
Am heutigen Freitag ist eine Großkundgebung in Rom geplant. Am Donnerstagmorgen hatten etwa 50 Frauen und Kinder in Bagdad für die Freilassung von Pari und Torretta demonstriert.
EU-Kommissionspräsident Romano Prodi sagte bei einer Veranstaltung in Genua, dass es die Kidnapper offensichtlich auf diejenigen abgesehen hätten, die Versöhnung und Frieden suchten. Er hoffe, dass Italien mit der irakischen Regierung eine gemeinsame Lösung finde.
Außenminister Franco Frattini traf in Rom die Botschafter der Länder der Arabischen Liga, um über eine Lösung für das Geiseldrama zu beraten. Die Diplomaten verurteilten die Entführung als terroristische Tat. Am Freitag empfängt Ministerpräsident Silvio Berlusconi zudem den irakischen Staatschef Ghasi al Jawer.
Nach der Verschleppung der Italienerinnen sind auf einer islamistischen Website zwei Bekennerschreiben von Extremisten veröffentlicht worden, die sich als Anhänger von Al-Qaeda-Führer Aiman al Sawahiri bezeichnen. An der Echtheit der Botschaften gibt es jedoch massive Zweifel. (nz)

