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Entführer wollen Italienerinnen nicht freilassen

09. Sep 2004 10:44, ergänzt 10:53
Die entführte Simona Torretta
Die Entführer der beiden Italienerinnen im Irak haben eine neuen Botschaft im Internet veröffentlicht. An der Authentizität gibt es allerdings Zweifel.

Thema: Geiselnahmen im Irak
Während sich in Rom und Bagdad italienische Regierungsvertrerer um die Freilassung der beiden im Irak verschleppten Italienerinnen bemühen, haben die Kidnapper eine weitere Drohbotschaft im Internet zu Wort veröffentlicht.

«Wir werden die italienischen Frauen nicht freilassen, selbst wenn Italien einlenken sollte», war laut «La Repubblica» in dem islamistischen Webforum www.islamic-minbar.com zu lesen. Bis auf den einen Satz sei der auf den heutigen Donnerstag datierten Eintrag gelöscht worden, heißt es. Der Verfasser sei zuvor aus dem Forum ausgeschlossen worden.

Viele Rechtschreibfehler

Über das gleiche Forum hatte die Gruppe, die sich zu dem Al-Qaeda-Führer Aiman al Sawahir bekennt, am Mittwoch bereits ein Bekennerschreiben verbreitet. Darin wurde Italien aufgefordert, seine Truppen aus dem Irak abzuziehen und die Kooperation mit den USA zu beenden.

An der Echtheit der Botschaft gab es jedoch Zweifel. Laut «Spiegel-Online», dem eine Kopie des Schreibens vorlag, enthält die auf Arabisch abgefasste Botschaft zahlreiche Rechtschreibfehler. Selbst das Wort «Allah» sei falsch geschrieben, heißt es. Zudem gebe es weder Briefkopf, Logo noch Unterschrift.

Diplomatische Bemühungen

Über die Geiselnahme will der italienische Staatschef Carlo Azeglio Ciampi am Freitag mit seinem irakischen Amtskollegen Ghasi al Jawer in Rom beraten.

Italienische Diplomaten in Bagdad hatten sich am Mittwoch mit Vertretern irakischer Behörden und Religionsgruppen getroffen, um Näheres über den Verbleib von Simona Pari und Simona Torretta zu erfahren.

Die Iraker hätten zugesagt, alle ihnen zur Verfügung stehenden Kanäle zu nutzen, hieß es aus dem italienischen Außenministerium in Rom. Am heutigen Donnerstag bricht Außenstaatssekretärin Margherita Boniver zu einer Nahostreise auf. Nach Ägypten besucht sie Jordanien, den Jemen und Syrien.

UN-Generalsekretär Kofi Annan forderte die Freilassung aller Geiseln im Irak. Er verwies insbesondere die beiden Italienerinnen und zwei französische Journalisten, deren Schicksal ebenfalls unklar ist.

Frauen wird Spionage vorgeworfen

Pari und Torretta, die für eine Hilfsorganisation arbeiteten, waren am Dienstag aus ihrem Büro in der irakischen Hauptstadt entführt worden. Die Entführer werfen ihnen laut der Internet-Botschaft Spionage vor. Der Chef der Organisation «Un ponte per Bagdad» (Eine Brücke nach Bagdad), Fabio Alberti, sagte in Rom, dass die Entführer die Geiseln nach ihren Namen ausgesucht hätten. Fotos der beiden Frauen hätten sie seines Wissens nach nicht gehabt. (nz)

 
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