06. Mai 2004 07:39
US-Präsidentschaftsbewerber Kerry hat US-Präsident Bush aufgefordert, die Verantwortung für die Misshandlungen von Irakern zu übernehmen. Auch eine Entschuldigung dürfe nicht ausgeschlossen werden, so Kerry.
Kerry forderte zugleich eine umfassende Aufklärung der Vorwürfe. Es müsse untersucht werden, wer wann was gewusst habe. Bush hatte die Vorfälle am Mittwoch in zwei arabischen Fernsehsendern kritisiert und bedauert, sich jedoch nicht entschuldigt. Unterdessen wurden neue Vorwürfe gegen US-Soldaten bekannt. Die britische Menschenrechtsbeauftragte für Irak, Anna Clwyd, sagte, die Soldaten hätten auch eine ältere irakische Frau misshandelt. Die Soldaten hätten die Frau angeblich auf den Boden gezwungen, sie als Esel bezeichnet, und einer der Männer habe sich rittlings auf die Frau gesetzt, sagte Clwyd dem britischen Nachrichtensender BBC News 24.
Die US-Behörden prüfen derzeit 14 Todesfälle, die möglicherweise durch Misshandlungen verursacht wurden. Zwei Fälle seien schon als Mord eingestuft worden, zehn würden noch geprüft, teilte die Polizeiabteilung des US-Heeres mit. Der Geheimdienst CIA prüft ebenfalls zwei Fälle, in die seine Mitarbeiter verwickelt sind. (nz)