Popularität gesunken In den vergangenen Wochen hatte al Sadr deutlich an Popularität verloren. Mehrere tausend Menschen hatten nach den Freitagsgebeten in Nadschaf gegen al Sadr protestiert. In der Stadt kursierten Berichte, wonach ein Todeskommando in den letzten zwei Wochen mindesten sieben Anhänger al Sadrs getötet habe. Der iranische Großayatollah Kazem Hussein Haeri, bisher al Sadrs mächtigster Unterstützer, hatte al Sadr ebenfalls zum Truppenrückzug aufgefordert und verlangt, seine Waffen aus Moscheen zu entfernen. Offenes Gespräch Vor dem Treffen der schiitischen Geistlichen in Bagdad hatten sich die schiitischen Mitglieder des irakischen Regierungsrates mit dem US-Zivilverwalter Paul Bremer und Generalleutnant Ricardo Sanchez getroffen. Dabei sei es zu einem heftigen Wortwechsel über den Einsatz von Soldaten der ehemaligen irakischen Armee unter Saddam Hussein in Falludscha gekommen, berichtet die «New York Times» unter Berufung auf Teilnehmer des Gesprächs. Bürgerkriegswarnungen Die Mitglieder des Regierungsrates hätten Bremer und Sanchez gesagt, sie riskierten einen Bürgerkrieg zwischen Schiiten und Sunniten, wenn sie weiterhin Angehörige der ehemaligen irakischen Armee in Falludscha einsetzten. Die Amerikaner hatten Generalmajor Mohammed Latif, einen General unter Saddam Hussein, zum Chef der Falludscha-Schutztruppen ernannt. Die Sunniten könnten dies als Vorwand nutzen, den von den Amerikanern gesteuerten Demokratisierungsprozess zu boykottieren. Die Sunniten fürchten eine demokratisch gewählte schiitische Regierung. Die Schiiten stellen die Mehrheit der irakischen Bevölkerung. (nz)
|