Italienische Geisel in Irak von Entführern erschossen
14.04.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Eine Gruppe namens Grünes Bataillon bekannte sich zum Mord an dem Entführten. Sie drohte in einer Erklärung an, auch die drei verbliebenen Geiseln zu exekutieren, falls Italien seine Truppen nicht abziehe.
In einer ersten Reaktion gab sich der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi betroffen aber nicht bereit, etwas an dem Kurs Italiens in Irak zu ändern. «Sie haben ein Leben abgebrochen», sagte er. «Aber sie haben weder unsere Werte noch unser Bemühen um Frieden beeinträchtigt.» Berlusconi kündigte an, einen Diplomaten nach Irak entsenden zu wollen, der sich darum bemühen solle, die verbliebenen drei Geiseln zu befreien.
Am Mittwochabend nahmen Entführer zwei weitere Japaner als Geiseln. Außenministerin Yoriko Kawaguchi sagte am Donnerstagmorgen, vieles deute darauf hin, dass Japaner entführt worden seien. Es soll sich um Journalisten handeln. Mehrere Zeitungen schrieben, eine japanische Journalistenorganisation sei am Mittwoch in einer E-Mail von einer «irakischen Quelle» über die Geiselnahme zweier ihrer Männer in einem Vorort Bagdads informiert worden.
Seit vergangener Woche sind bereits drei Japaner Geiseln der Aufständischen. Diese drohten mit der Ermordung, sollte die Regierung in Tokio nicht veranlassen, dass die japanischen Truppen sich aus Irak zurückziehen. (nz)

