Mehr als 120 Tote bei Kämpfen in Irak
06.04.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Die Schiiten in Nassirijah stellten den italienischen Soldaten ein Ultimatum. Sie wollten eine zweistündige Waffenruhe einhalten, damit die dort stationierten italienischen Soldaten abziehen können. Anhänger Sadrs sagten, sie hätten zwei südkoreanische Menschenrechtsaktivisten entführt und würden sie «erst dann freilassen, wenn die italienischen Soldaten aus der Stadt sind».
Auch in Falludscha dauern die Kämpfe zwischen US-Soldaten und Irakern an. Vier Soldaten wurden getötet, als Extremisten sie am Montagabend mit Granatwerfern angriffen. Die US-Armee sperrte daraufhin die Hauptstraßen ab und verhängte eine nächtliche Ausgangssperre.
Derzeit sind in Irak insgesamt 155.000 Koalitionssoldaten stationiert. Ein Mitarbeiter sagte, «die Ereignisse zeigen ein offensichtliches Potenzial für weitere Demonstrationen und weitere Gewalt».
Italien will sich daran derzeit nicht beteiligen. Eine Aufstockung der italienischen Präsenz sei nicht notwendig, sagte Verteidigungsminister Antonio Martino am Dienstag in Brüssel. Allerdings werde Italien seine Truppen auch nicht abziehen. «Es besteht nicht einmal die Möglichkeit, dass wir das in Erwägung ziehen,» sagte Martino. (nz)

