netzeitung.deMehr als 120 Tote bei Kämpfen in Irak

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Noch immer gehen in Irak die Kämpfe mit Aufständischen weiter. Die US-Armee will nun mehr Soldaten nach Irak schicken.

Bis zum Dienstagnachmittag sind in mehreren Orten Iraks mehr als 120 Menschen bei Kämpfen zwischen US-Truppen und aufständischen Schiiten getötet worden. Allein in Bagdad zählten Ärzte am Dienstag 58 Tote und 236 Verletzte, in Nassirijah wurden am Dienstag etwa 15 Iraker getötet und zwölf italienische Soldaten leicht verletzt. In Amara, etwa 370 Kilometer südöstlich von Bagdad, wurden zwölf Iraker getötet und 27 weitere verletzt.

An mehreren Orten kamen zudem US-Soldaten ums Leben. Als Soldaten versuchten, am Dienstagnachmittag das Büro des schiitischen Predigers Muktada al Sadr in Bagdad zu stürmen, wurden drei von ihnen erschossen. Bei einem Einsatz in der Provinz El Anbar wurden vier US-Soldaten getötet. In Bakuba wurde ein irakischer Übersetzer ermordet, der für die US-Armee arbeitete.

Die Schiiten in Nassirijah stellten den italienischen Soldaten ein Ultimatum. Sie wollten eine zweistündige Waffenruhe einhalten, damit die dort stationierten italienischen Soldaten abziehen können. Anhänger Sadrs sagten, sie hätten zwei südkoreanische Menschenrechtsaktivisten entführt und würden sie «erst dann freilassen, wenn die italienischen Soldaten aus der Stadt sind».

Auch in Falludscha dauern die Kämpfe zwischen US-Soldaten und Irakern an. Vier Soldaten wurden getötet, als Extremisten sie am Montagabend mit Granatwerfern angriffen. Die US-Armee sperrte daraufhin die Hauptstraßen ab und verhängte eine nächtliche Ausgangssperre.

Verstärkung der Koalitionstruppen
Ein ranghoher Mitarbeiter des US-Einsatzkommandos in Florida sagte, man habe die Militärplaner angewiesen, zu überlegen, wie die 134.000 US-Soldaten im Land «auf die Schnelle» verstärkt werden könnten. «Sie werden entscheiden, was sie brauchen, und das bekommen sie», sagte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld.

Derzeit sind in Irak insgesamt 155.000 Koalitionssoldaten stationiert. Ein Mitarbeiter sagte, «die Ereignisse zeigen ein offensichtliches Potenzial für weitere Demonstrationen und weitere Gewalt».

Italien will sich daran derzeit nicht beteiligen. Eine Aufstockung der italienischen Präsenz sei nicht notwendig, sagte Verteidigungsminister Antonio Martino am Dienstag in Brüssel. Allerdings werde Italien seine Truppen auch nicht abziehen. «Es besteht nicht einmal die Möglichkeit, dass wir das in Erwägung ziehen,» sagte Martino. (nz)