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Premierminister Blair sieht die
Welt in «tödlicher Gefahr»

05. Mrz 2004 11:53, ergänzt 12:07
Tony Blair
Tony Blair hat vor falschen Sicherheitsgefühlen gewarnt. Er hält die Welt für lebensgefährlich bedroht durch Extremismus und Terror. Diese Bedrohung habe auch den Irak-Krieg gerechtfertigt.

Der britische Premierminister hat die Entscheidung, in den Krieg gegen Irak zu ziehen, erneut verteidigt. In einer Rede in seinem englischen Wahlkreis Sedgefield sagte Blair, dass Extremismus, Terrorismus und Waffenprogramme in einer Kombination aus teils miteinander verbundenen staatlichen und nichtstaatlichen Verschwörungen die Welt schon vor dem 11. September 2001 bedroht hätten. Der 11. September sei eine «Kriegserklärung» gewesen. Die Welt befinde sich ständig in «tödlicher Gefahr». Das sei die Erkenntnis des jungen Jahrhunderts, nach dem das 20. Jahrhundert «unser konventionelles Denken geprägt» habe.

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Im Zusammenhang der Kriegserklärung vom 11. September sei eine Gefahr auch von Irak ausgegangen, und dessen Zerstörungspotenzial sei im Krieg gegen Iran und im Kampf um Kuweit und gegen kurdische Rebellen sichtbar geworden.

«Wir konnten dieses Risiko nicht tragen»

Und etwas anderes sei eindeutig bekannt gewesen: Dass Al Qaeda sich darum bemühe, Massenvernichtungswaffen zu beschaffen und sie gegen westliche Ziele einzusetzen. Da das Ausmaß der potenziellen Bedrohung klar gewesen sei, sei ebenso klar erforderlich gewesen, «einen Standpunkt zu beziehen».

Formal richtig sei der Krieg damit begründet gewesen, dass sich Irak nicht an die UN-Resolution gehalten und die Waffeninspektoren nicht voll unterstützt habe. Dies habe die Befürchtung geschürt, dass die Waffenprogramme illegal weitergeführt worden seien. «Sollen wir das Risiko tragen, dass Massenvernichtungswaffen vielleicht weitergegeben werden könnten? Mein Urteil damals und jetzt war: Wir konnten dieses Risiko nicht tragen.»

«Globale Antwort auf globale Bedrohung»

Blair sprach allgemein von Geheimdienstberichten, die von Bedrohungen sprachen, ohne konkret zu werden: «Sollen wir in einem solchen Fall handeln, auch wenn die Berichte vielleicht falsch sind, oder sollen wir lieber nicht handeln, in der Hoffnung darauf, es sei schon okay?»

Die «Interventionen» in Irak und Afghanistan seien notwendig gewesen. «Wenn es eine globale Bedrohung gibt, braucht es eine globale Antwort nach globalen Regeln.» Containment - Vorschriften setzen und die Befolgung unter militärischen Drohungen überwachen - sei angesichts einer terroristischen Bedrohung kein Mittel; die angewandten Mittel dagegen seien eine gerechtfertigte Selbstverteidigung gegen die Folgen von Extremismus, meint Blair.

«In Betracht ziehen, was Politiker bewegt»

Wie gut ausgebildete, wohlhabende Menschen wertvoll in der Gesellschaft wirkten, so wirkten gut ausgebildete, wohlhabende Nationen wertvoll in der Welt. Daher sei der Wiederaufbau in Irak und Afghanistan unerlässlich, sagte Blair. Bei gleichbleibender Analyse bleibe die Strategie auch in Zukunft richtig.

Blair schloss seine Rede mit einem Appell: «Zweifeln Sie an Ihren politischen Führern, wie immer sie wollen. Aber tun sie das nicht, ohne in Betracht zu ziehen, was sie bewegt.» (nz)

 
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