netzeitung.deUS-Regierung verteidigt Hussein-Video

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Hussein nach der Gefangennahme (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hussein nach der Gefangennahme
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Das Pentagon hält die Veröffentlichung von Videoaufnahmen des festgenommenen Ex-Diktators Hussein für gerechtfertigt. Das öffentliche Interesse daran sei groß, hieß es. Thema: Hussein gefasst Hussein-Festnahme sorgt für Börsen-Rally Husseins Enkel weinten über Festnahme Hussein soll USA zu Widerstandskämpfern führen Hussein ist «Kriegsgefangener im Sinne der Genfer Konvention» Bush: Hussein muss sich vor Justiz verantworten Hussein soll vor irakisches Sondergericht kommen Das Leben des Diktators Vom Sturz zur Festnahme Saddam Husseins

Nach der Festnahme des früheren irakischen Diktators hat das amerikanische Verteidigungsministerium die Freigabe von Videoaufnahmen Saddam Husseins verteidigt. In der Öffentlichkeit bestehe großes Interesse an Hussein, sagte ein Pentagon-Sprecher in Washington. Er sprach von eindrucksvollen Bildern, auf denen zweifelsfrei zu sehen sei, dass es sich tatsächlich um den ehemaligen Gewaltherrscher handele.

Der irakischen Bevölkerung müsse deutlich gemacht werden, dass Hussein nun zur Verantwortung gezogen werde, hieß es. Die Aufnahmen zeigten zudem, dass die USA auf seine Gesundheit und sein Wohlergehen achteten.

Allerdings könnten die Bilder auch anders aufgefasst werden, räumte der Pentagon-Sprecher ein. In einem solch bedeutenden Fall sei es aber schwierig, zwischen dem öffentlichen Interesse und der Anwendung der Rechte von Kriegsgefangenen abzuwägen.

Arabische Staaten über Bilder empört
Washington will Hussein laut Verteidigungsminister Donald Rumsfeld als Kriegsgefangenen gemäß der Genfer Konvention behandeln. Demnach hat er ein Anrecht darauf, dass seine Würde geschützt und er vor «öffentlicher Zurschaustellung» bewahrt wird.

Die Bilder Husseins, die ihn nach seiner Festnahme mit Vollbart und zerzaustem Haar zeigen, waren vor allem in arabischen Staaten auf Protest gestoßen. Gezeigt wurde auch, wie ein US-Militärarzt dem 66-Jährigen mit einer Lampe in den weit geöffneten Mund leuchtet.

Zweierlei Maß
Im Juli war die US-Armee nach der Veröffentlichung von Fotos der toten Söhne Saddam Husseins international in die Kritik geraten. Damals argumentierte die Regierung damit, die Öffentlichkeit vom Tod der Männer überzeugen zu müssen. Als das Hussein-Regime kurz nach Kriegsbeginn im Frühjahr Fernsehbilder amerikanischer Kriegsgefangener verbreitet hatte, warf die US-Regierung Bagdad allerdings vor, die Aufnahmen «in erniedrigender Weise für Propagandazwecke» missbraucht zu haben. (nz)