Das Leben des Diktators
14.12.2003
Herausgeber: netzeitung.de
1959 nahm er an einem Putschversuch teil und musste anschließend ins Exil gehen. Er floh nach Kairo. Nach der Machtübernahme der Baath-Partei 1968 begann sein politischer Aufstieg. 1969 wurde er Vizepräsident. In dieser Funktion ging er mit äußerster Härte gegen die Opposition vor und baute den Geheimdienst aus. Dennoch dauerte es bis 1979, bis er endgültig die Macht übernehmen konnte.
Nach seinem Amtsantritt als irakischer Präsident ließ er hunderte Partei- und Regierungsfunktionäre hinrichten und besetzte die Schlüsselpositionen mit engen Vertrauten, die häufig aus seiner Familie stammten.
Nur wenig später führte er sein Land in die erste Katastrophe. In dem 1980 begonnenen und acht Jahre dauernden Krieg gegen Iran starben hundertausende Iraker. In dieser Zeit wurde er von den USA unterstützt, weil diese in ihm einen Garanten ihrer Interessen in der Region und ein Gegenwicht zu den fundamentalistischen Mullahs in Iran sahen.
Im März 1988 ließ die Führung in Bagdad die kurdische Stadt Halabdscha mit Giftgas bombardieren. Tausende Menschen kamen ums Leben.
1990 löste er mit der Besetzung Kuwaits einen weiteren Krieg aus, diesmal gegen die Amerikaner. Diesen gelang es nicht, ihn von der Macht zu vertreiben, die internationale Gemeinschaft verhängten jedoch Sanktionen gegen das Land, die dessen wirtschaftlichen Ruin bedeuteten. Den Aufstand der Schiiten im Süden Iraks 1991 konnte Saddam Hussein niederschlagen, auch dabei starben tausende Menschen.
Alle wichtigen Ämter seines Staates bekleidete Saddam Hussein selbst: Er war Präsident, Regierungschef, Chef des Revolutionären Kommandorats, Oberkommandierender der Streitkräfte, und Vorsitzender der Baath-Partei. Seine Söhne Udai und Kussai kontrollierten unter anderen den Sicherheitsdienst des Präsidenten, die Geheimdienste und die Fedajin-Milizen. Auch sie waren für ihre außerordentliche Gewalttätigkeit und Brutalität bekannt. (nz)

