11.12.2003
Herausgeber: netzeitung.de
George W. Bush
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
US-Präsident Bush hat Kritik an der Vergabepraxis der USA für Irak-Aufträge zurückgewiesen. Die Länder, deren Soldaten ihr Leben aufs Spiel setzen, würden zurecht berücksichtigt, sagte er.
US-Präsident George W. Bush hat im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau in Irak darauf hingewiesen, dass vor allem die Länder bei der Auftragsgabe berücksichtigt werden, die bereits in Vorleistung gegangen sind. Bush wies damit die Kritik derjenigen Staaten zurück, die sich gegen einen Krieg in Irak ausgesprochen hatten und die sich auch fürderhin nicht im Sinne der USA in dem Land - via Truppenstationierung beispielsweise beteiligen. Bush wies auf die Tatsache hin, «dass die Soldaten der USA und anderer Länder ihr Leben in Irak aufs Spiel setzen». Diese stehe in direktem Zusammenhang mit der Vergabepraxis, so Bush am Donnerstag in Washington.
Er sei verwundert, dass sich die Kriegsgegner darüber empörten. Es sei doch ganz simpel. «Unsere Leute», betonte Bush, «haben ihr Leben riskiert. Leute von den Koalitionsverbündeten haben ihr Leben riskiert. Und deswegen wird die Auftragsvergabe das widerspiegeln».
Berlusconi: US-Haltung ziemlich logischGenerell wolle Bush jedoch die Kriegsgegner nicht vom Wiederaufbau ausschließen. Es sei denkbar, sagte er weiter, dass die Bereitschaft von Gläubigerländern zum Schuldenerlass als entsprechender Beitrag für ein Engagement in Irak gewertet werde. Daraus ergäben sich dann möglicherweise Aufträge für den Wiederaufbau.
Unterstützung fand die Position Bushs bei der italienischen EU-Ratspräsidentschaft. Es sei «ziemlich logisch», dass die Kriegsgegner bei der Auftragsvergabe nicht berücksichtigt würden, sagte Ministerpräsident Silvio Berlusconi in Brüssel. Es sei denn, sie entsendeten Truppen nach Irak. Berlusconi geht damit auf Konfrontationskurs zur EU-Kommission. Dort hatte man die Haltung der USA als ungerechtfertigt kritisiert und eine Einschaltung der Welthandelsorganisation nicht ausschlossen. (nz)