USA verschieben Ausschreibung von Irak-Aufträgen
Eine ursprünglich für den heutigen Donnerstag angekündigte Konferenz, auf der die Vergabekriterien bekannt gegeben werden sollten, wird einem Pentagon-Sprecher zufolge erst am 19. Dezember stattfinden.
Zuvor hatten Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und UN-Generalsekretär Kofi Annan in Berlin die Pläne der USA kritisiert, Kriegsgegner nicht am Wiederaufbau in Irak zu beteiligen.
Dies komme den «zukünftigen Aufgaben» nicht zugute, sagte Schröder. Er warf Washington «rückwärtsgewandte» Entscheidungen vor. An der Stabilisierung Iraks müssten sich alle Länder beteiligen. Im Hinblick auf eine mögliche Verletzung des Wettbewerbsrechts sagte Schröder, die USA müssten internationale Gesetze anerkennen.
Das US-Verteidigungsministerium hatte am Dienstag angekündigt, dass nur die Verbündeten der USA im Irak-Krieg bei Ausschreibungen für Wiederaufbau-Projekte berücksichtigt würden. Die insgesamt 26 Großprojekte mit einem Auftragsvolumen von 18,6 Milliarden Dollar werden somit unter Unternehmen aus 63 Ländern aufgeteilt. Länder wie Deutschland, Frankreich, Russland oder Kanada, die sich gegen den Irak-Krieg ausgesprochen hatten, werden in dem Memorandum nicht erwähnt. (nz)

