02.11.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Chinook-Helikopter vom Typ CH-47
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Am Flughafen der irakischen Hauptstadt Bagdad ist ein Hubschrauber der US-Armee abgeschossen worden. Dabei starben 15 Soldaten. 21 weitere wurden verletzt. Thema: US-Zivilverwalter Bremer: Hussein versteckt sich in Irak GSG-9-Spezialisten bewachen THW-Mitarbeiter in Irak Powell: Hussein plante nicht Anschläge in Irak
Beim folgenschwersten Angriff auf US-Truppen in Irak seit dem Sturz des ehemaligen Machthabers Saddam Hussein im Frühjahr sind am Sonntag mindestens 15 US-Soldaten getötet und 21 verletzt worden. Unbekannte schossen einen Hubschrauber der US-Armee vom Typ Chinook auf dem Weg von Falludscha in der Nähe des Flughafens von Bagdad ab. Die Soldaten an Bord sollten zu einem zweiwöchigen Urlaub nach Europa oder in die USA gebracht werden.
Der Helikopter sei mit einer nicht näher bekannten Waffe abgeschossen worden, sagte ein Militärsprecher. Den Angaben zufolge handelt es sich bei dem Helikopter um eine Großraummaschine vom Typ CH-47 «Chinook».
Seit 40 Jahren genutztDieser Hubschrauber mit zwei Rotoren wird seit rund 40 Jahren von der US-Armee für schweres Gerät und Truppentransporte genutzt. Auch Spezialeinheiten werden damit an ihren Einsatzort transportiert.
Möglicherweise wurde der Helikopter mit einer Boden-Luft-Rakete beschossen. Das vermutete US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in einer ersten Reaktion. Noch nie seit dem offiziellen Kriegsende wurden bei einem Anschlag auf die Alliierten so viele Armeeangehörige auf einmal getötete. Die US-Streitkräfte haben sich wiederholt besorgt darüber geäußert, dass der Verbleib tausender Boden-Luft-Raketen seit dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein ungeklärt ist und eine Gefahr für den Luftverkehr darstellten.
Rumsfeld: «Kein schönes Bild»Rumsfeld gestand nach dem Anschlag Probleme der US-Armee in Irak ein. Gleichzeitig appellierte er an die dortigen Soldaten, weiter durchzuhalten. «Es ist kein schönes Bild. Es ist ein hässliches Bild», sagte der US-Verteidigungsminister. Es gehe nun weiter darum, «den Krieg gegen den Terror zu den Terroristen zu tragen».
Noch einen Tag zuvor hatte der US-Militärkommandant in Irak, Generalleutnant Ricardo Sanchez, gesagt, dass «Stabilität und Sicherheit in großen Teilen» Iraks erreicht seien. Die zunehmende Anzahl von Anschlägen auf US-Soldaten kommentierte er als «strategisch und operationell unbedeutend».
Mehrfach Helikopter beschossenIn Tikrit war am 25. Oktober ein US-Militärhubschrauber unter Beschuss geraten und abgestürzt. Dabei wurde ein Besatzungsmitglied verletzt. Am 12. Juni wurde ein US-Hubschrauber in der Wüste im Westen Iraks abgeschossen.
Die beiden Besatzungsmitglieder wurden damals unverletzt gerettet. Sie haben vier Mann Besatzung. (nz)