Geheimdienste warnten Bush vor Angriff auf Irak
21.07.2003
Herausgeber: netzeitung.de
In der entscheidenden Stelle des Berichts heißt es, «Saddam könnte, wenn er genügend verzweifelt ist, entscheiden, dass nur eine Organisation wie die Al Qaeda einen Anschlag verüben kann, wie er ihn erhofft».
Der Bericht wurde nur fünf Tage vor einer Rede von US-Präsident George W. Bush in Cincinnati am 7. Oktober veröffentlicht. Damals hatte dieser gewarnt, Hussein arbeite an einem Atomprogramm und an unbemannten Flugzeugen für chemische und biologische Angriffe. Wenn man sich ihm nicht widersetze, werde er zu einer Gefahr für die USA und die ganze Welt. Lediglich in einer kurzen Passage erwähnte Bush damals, Hussein könne angesichts seines drohenden Sturzes auf «verzweifelte und grausame Maßnahmen zurückgreifen».
Das Weiße Haus versuchte dies nach Angaben der Zeitung auch gegenüber dem US-Kongress zu verschleiern. Als dort im Herbst über eine Unterstützung für Bushs Kriegskurs debattiert wurde, stellte die Regierung den Abgeordneten eine 25-seitige Zusammenfassung des 90-seitigen NIE-Berichts zur Verfügung. Erst auf Nachfrage des demokratischen Geheimdienstausschuss-Vorsitzenden Bob Graham erhielten die Abgeordneten drei weitere Seiten zugestellt: Darin befand sich auch die Stelle, in der darauf hingewiesen wird, dass Hussein nur bei einem Angriff mögliche ABC-Waffen verwenden würde.
Für das Web ediert von Peter Müller

