netzeitung.deItalienerin gab Informationen über Iraks Uran-Käufe weiter

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Die Quelle für die umstrittenen Informationen über angebliche Uran-Geschäfte Iraks scheint gefunden: Eine italienische Journalistin gab das Material an US-Diplomaten.

Eine Journalistin soll diejenige sein, von der die Informationen über angebliche Urankäufe Iraks in Niger stammten. Die hatte US-Präsident George W. Bush später in seiner Rede zur Rechtfertigung des Irak-Kriegs verwendet.

Die italienische Journalistin Elisabetta Burba hatte das umstrittene Geheimdienstmaterial nach eigener Aussage an US-Diplomaten weitergegeben. Wie sie der italienischen Zeitung «Corriere della Sera» sagte, veröffentlichte Burba ihre Informationen nicht selbst, weil sie Angst hatte, einer Fälschung aufzusitzen.

US-Präsident Bush machte von dem Material indes Gebrauch, um den Krieg gegen Irak zu begründen. Bush hatte in seiner Rede zur Lage der Nation am 28. Januar erklärt, die britische Regierung habe erfahren, dass Irak in Afrika große Mengen Uran habe kaufen wollen. Dies sei ein Nachweis für Saddam Husseins Streben nach Atomwaffen.

Außenminister Colin Powell allerdings hegte in dieser Angelegenheit offenbar schon lange Zweifel. Deswegen habe er in seiner Rede vor dem Uno-Sicherheitsrat die mutmaßlichen Urankäufe nicht erwähnt, sagte er jüngst vor Journalisten. CIA-Direktor George Tenet übernahm inzwischen die Verantwortung dafür, dass der Hinweis auf Urankäufe nicht aus der Bush-Rede gestrichen wurde.

Burba, die für das Magazin «Panorama» arbeitet, sagte dem «Corriere della Sera», ihre Quelle sei in der Vergangenheit stets zuverlässig gewesen. «Es hätte ein weltweiter Knüller werden können. Genau deswegen war ich so in Sorge. Hätte es sich als Fälschung herausgestellt und ich hätte darüber geschrieben, wäre meine Karriere zu Ende gewesen.» Die Journalistin wollte ihre Informationen in Niger selbst überprüfen, wie die Zeitung berichtet. Die angebliche Menge von 500 Tonnen Uran sei ihr zu groß erschienen, zudem habe in den Dokumenten nichts über den Transport und die exakte Verwendung des Materials gestanden.

In Afrika fand Burba nach eigenen Angaben jedoch keine Belege und veröffentlichte deshalb nichts. Die «Panorama»-Redaktion habe dann beschlossen, das Material der US-Botschaft in Rom zu überreichen. «Ich ging selber und übergab den Diplomaten das Dossier», sagte Burba der Zeitung. Der italienische Geheimdienst habe nichts mit der Angelegenheit zu tun. «Ich kann ausschließen, dass meine Quelle ein Agent des Militärgeheimdienstes war», zitiert die Zeitung die Journalistin. Die Dokumente seien schließlich Mitarbeitern des CIA in Rom gezeigt und an das Außenministerium in Washington weitergeleitet worden. (nz)