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Italien ermittelt wegen Irak-Dokumenten

15. Jul 2003 22:33
Die italienische Justiz untersucht, wer die falschen Informationen über einen geplanten irakischen Uran-Kauf in Umlauf gebracht hatte. Die Regierung verteidigt sich gegen Vorwürfe.

Thema: Suche nach ABC-Waffen
Italienische Staatsanwälte haben Ermittlungen zu den umstrittenen Geheimdienstunterlagen aufgenommen, die den USA und Großbritannien Argumente für den Irak-Krieg lieferten.

Medien hatten berichtet, dass die Informationen angeblich von italienischen Geheimdiensten stammten. Demnach soll der frühere irakische Diktator Saddam Hussein versucht haben, aus dem westafrikanischen Staat Niger Uran für den Bau von Atomwaffen zu beschaffen. US-Präsident George W. Bush und der britische Premier Tony Blair, die sich auf diese Angaben stützten, sind unter massiven Druck geraten.

Frattini weist Vorwürfe zurück

Nach Angaben des italienischen Außenministers Franco Frattini untersucht die Justiz, ob ein Verbrechen begangen wurde und wer hinter den Informationen stehe. Zugleich verteidigte er die Regierung in Rom gegen Vorwürfe: «Italien hat niemals entsprechende Dokumente an Geheimdienste anderer Länder weitergegeben», versicherte er.

Mehrere Zeitungen, unter ihnen die «Financial Times» und die «Los Angeles Times», hatten berichtet, dass der italienische Geheimdienst die Dokumente über den angeblich geplanten Uran-Kauf beschafft und an die USA weitergeleitet habe. Das Büro von Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi dementierte dies.

Laut dem US-Sender ABC stammen die Informationen von einem in Rom tätigen Diplomaten aus Niger, der sie an den italienischen Militärgeheimdienst Sismi verkauft habe. Der Zeitung «La Repubblica» zufolge gaben Geheimdienstmitarbeiter zwar zu, über derartige Unterlagen verfügt zu haben. Sie hätten diese aber niemals an die CIA weitergegeben. (nz)

 
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