netzeitung.dePentagon: Spekulationen der Medien schuld an falschen Lynch-Geschichten

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Man habe bei der Befreiung von Jessica Lynch keine unnötige Show veranstaltet, meint das Pentagon. Entsprechende Behauptungen seien «lächerlich».

Das Pentagon ist sauer auf die BBC. Geradezu aberwitzig seien die Vorwürfe, man habe die Befreiung der gefangenen Soldatin Jessica Lynch inszeniert, so ein Sprecher. «Ich denke, dieser Vorwurf ist lächerlich», zitiert CNN den Pentagon-Sprecher Bryan Whitman. «Ich weiß nicht, was ich sonst darauf antworten sollte. Die Idee, wir würden unsere Truppen unnötigerweise in Gefahr bringen, um einen unserer Kriegsgefangenen zu retten, ist lächerlich.»

Die BBC hatte irakische Ärzte des Hospitals in Nassirijah zitiert, die den Aufwand der Amerikaner bei der Befreiung unverständlich fanden. Schließlich seien keine irakischen Soldaten mehr in der Klinik gewesen. Die Amerikaner hätten das gewusst und mit Platzpatronen um sich geschossen.

Und außerdem habe man zwei Tage vor der Befreiung versucht, Lynch mit einer Ambulanz wie vorher verabredet zu den Amerikanern zu bringen und sei dabei von US-Soldaten beschossen worden.

Warum es kompliziert machen?
Bei dem Einsatz wurden keine Platzpatronen benutzt, so das Pentagon. Alle eingesetzten Taktiken hätten außerdem den Richtlinien der US-Armee für Operationen in feindlichem Gebiet entsprochen.

«Wir gehen kein unnötiges Risiko ein», so Whitman gegenüber CNN. «Wenn wir militärische Kräfte einsetzen, stellen wir sicher, dass wir die richtigen Ressourcen nutzen, die den Job erledigen können. Wir waren in der Lage sie rauszuholen ohne ein Leben dabei zu verlieren.»

Aus heutiger Sicht sei es unter Umständen möglich gewesen, einfach zum Krankenhaus zu fahren und Jessica Lynch herauszuholen, so Whitman. Doch zu dem entsprechenden Zeitpunkt sei das nicht bekannt gewesen. Wenn man dies gewusst hätte, hätte man wohl keine so aufwändige Operation gestartet. «Wir trachten nicht danach, es schwieriger, komplizierter zu machen.»

Zu der Geschichte mit der gescheiterten Übergabe per Ambulanz sagte Whitman nichts.

Drinnen und draußen
Für die falschen Informationen bei der Befreiungsgeschichte sind nach seiner Ansicht die Medien verantwortlich. Das Pentagon habe keine Einzelheiten darüber veröffentlicht, sondern die Zeitungen hätten lediglich spekuliert.

So habe das Pentagon niemals behauptet, dass die Einheiten bei dem Angriff auf das Hospital unter Feuer genommen worden seien, sagte Whitman. Man habe lediglich gemeldet, dass Einheiten, die die Aktion unterstützten, in der Nähe in ein Feuergefecht verwickelt waren.

Brigadegeneral Vincent Brooks hatte dagegen bei einer Pressekonferenz am 2. April zu der Aktion gesagt: «Dort gab es kein Feuergefecht innerhalb des Gebäudes, das versichere ich ihnen, aber es gab Gefechte außerhalb des Gebäudes, beim rein- und rausgehen.» (nz)