netzeitung.deUS-Präsident Bush erklärt Kämpfe in Irak offiziell für beendet

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US-Präsident Bush auf der USS Abraham Lincoln (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe US-Präsident Bush auf der USS Abraham Lincoln
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

US-Präsident Bush hat in einer Ansprache vor spektakulärer Kulisse die Kampfhandlungen in Irak zu «einem Wendepunkt» im Kampf gegen den Terror erklärt. Erneut rechtfertigte er seine Doktrin des «präemptiven» Schlags.

«Schwere Kampfhandlungen in Irak sind beendet, die USA und ihre Alliierten haben sich behauptet.» Mit diesen Worten begann US-Präsident George W. Bush seine Rede unter dem Beifall der Marinesoldaten auf dem US-Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln», die live in den USA und via internationale Fernsehsender in aller Welt ausgestrahlt wurde. «Irak ist frei», sagte Bush.

Bush würdigte den Feldzug gegen das Regime Saddam Husseins als einen der «schnellsten Vorstöße schwerer Waffen in der Geschichte». An die Adresse der Alliierten der USA sagte er: «Amerika ist dankbar für einen gut erledigten Job.» Bush vermied es, den Sieg auszurufen, er zog es vor, von einem «Wendepunkt» im Kampf gegen den Terror zu sprechen.

Lob der Waffentechnik
Bush lobte die Entwicklung, die die Waffentechnik genommen habe. Nachdem «im vergangenen Jahrhundert immer neue Waffen mehr und mehr Leid und Zerstörung» ermöglicht hätten, könne man nun mit einer neuen Generation spezialisierter Präzisionswaffen «Völkern die Freiheit geben» und die Welt von der Gefahr befreien, die von Massenvernichtungswaffen in den Händen eines Diktators ausgehen.

Krieg, sagte Bush, bleibe das «letzte Mittel». Aber es müsse «Freund und Feind klar sein», dass die USA «ihre Freiheit verteidigen, um in Frieden zu leben». Die Feinde der Freiheit und des Friedens seien «nicht untätig», und die USA würden mit dem Kampf fortfahren. «Freie Nationen werden den Sieg erringen», sagte er.

«Entscheidender Schritt»
Der Sturz des Regimes Husseins sei ein «entscheidender Schritt im Kampf gegen den Terror», sagte Bush. Mit ihm falle ein «Unterstützer Al Qaedas», fuhr der US-Präsident fort, indem er die bisher am schärfsten umstrittene Begründung für den Angriff auf Irak wiederholte - eine Verbindung zwischen Hussein und den Terroristen vom 11. September ist bislang unbewiesen.

Zu den in Irak vermuteten, aber bislang nicht gefundenen Massenvernichtungswaffen - einem weiteren Kriegsgrund - sagte Bush, dass Hunderte mögliche Verstecke bislang nicht untersucht worden seien.

«Der Krieg gegen den Terror ist nicht vorüber, aber er ist nicht endlos», sagte Bush. Die US-Soldaten verteidigten «die Sicherheit des Heimatlandes».

Wo immer US-Soldaten hingingen, weckten sie Hoffnung, sagte Bush schließlich, um diese Behauptung vor dem üblichen Segen am Ende seiner Rede mit einem Zitat des Propheten Jesaja aus der Bibel zu untermauern.

Inszenierung
Bush wählte für seine Rede unter freiem Himmel den aus dem Persischen Golf in seinen Heimathafen San Diego zurückkehrenden Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln», wie es in Medienberichten hieß, als einen Ort von besonderer Symbolkraft. Das Schiff war nach dem 11. September 2001 schon bei den Kämpfen gegen die Terrororganisation Al Qaeda und die Taliban in Afghanistan im Einsatz gewesen.

Die militärische Kulisse der Rede, der demonstrativ-herzliche Umgang Bushs mit den Soldaten bei seiner Ankunft auf dem Schiff einige Stunden zuvor wurden von US-Medien als Bestandteile einer Inszenierung des Weißen Hauses gewertet, die dem Präsidentschaftswahlkampf im kommenden Jahr Bilder liefern solle. (nz)