14.06.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Internet-Telefonie hilft nicht nur zuhause, Telefonkosten zu sparen: VoIP-Anbieter lassen sich auch von unterwegs nutzen - etwa im Urlaub. Der deutsche Anbieter Sipgate wirbt derzeit mit dieser Funktion.
Wer im Urlaub telefonieren will, zahlt oft genug deutlich drauf: Beim Handy werden teure Roaming-Gebühren berechnet, während Hoteliers beim Zimmertelefon hohe Aufschläge verlangen. Der deutsche VoIP-Dienst Sipgate wirbt derzeit mit einer selten genutzten Alternative: Internet-Telefonie aus dem Urlaub heraus.
Anruf auf dem NotebookZur Nutzung wird ein WLAN-fähiges Notebook benötigt, auf dem eine so genannte Softphone-Software läuft. Das Softphone ermöglicht das Telefonieren am Rechner über Soundkarte, Kopfhörer und Mikrofon. Die Internet-Einwahl erfolgt schließlich über einen der inzwischen allein in Europa mehr als 13.000 verfügbaren WLAN-Hotspots, die besonders in großen Städten nicht selten kostenlos oder gegen geringe Stundengebühren verwendbar sind.
Das praktische am Softphone: Ist man einmal eingeloggt, kann man Anrufe auf seine deutsche Festnetznummer kostenlos entgegennehmen, ausgehende Gespräche sind zu den üblicherweise günstigen VoIP-Gebühren des heimatlichen Anbieters führbar. Im Gegensatz dazu bezahlt man beim Handy-Roaming sogar für die Anrufannahme oft teueres Geld. Außer der Unbequemlichkeit der Notebook-Nutzung entspricht die VoIP-Verwendung per Softphone der von zuhause.
Vorher überprüfenSipgate empfiehlt allerdings, die Übertragungsvariante des Softphones auf einen bandbreitensparenden Codec (z.B. GSM, G.726 oder G.729a) einzustellen, um Engpässen bei der Internet-Versorgung vorzubeugen, wenn an einem WLAN-Hotspot im Urlaubsort besonders viele Nutzer gleichzeitig eingewählt sind. Das Softphone sollte zudem vor Reiseantritt auf seine Funktion (und eventuelle Tonprobleme) überprüft werden.
Neben Sipgate bieten fast alle anderen VoIP-Anbieter (etwa 1&1 oder Freenet) kostenlose Softphone-Anwendungen für ihre Nutzer - Programme wie «Xten» laufen neben PCs auch auf Macintosh-Rechnern. Seinen VoIP-Adapter zuhause sollte man vor dem Urlaubsantritt aber ausstecken, damit die Anrufe tatsächlich auf das Softphone geleitet werden. Auch Skype, ein Internet-Telefonie-Dienst, der ganz auf den PC setzt, ist aus dem Urlaub nutzbar.