New Orleans: Der Frust der Helfer
07. Sep 2005 10:48
 |  Helfer in New Orleans. Hunderte andere Freiwillige müssen in Atlanta ausharren | | Foto: dpa |
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Hunderte Feuerwehrleute haben sich für den Einsatz in New Orleans gemeldet. Sie wollen den Menschen in ihrer Not beistehen. Doch stattdessen sitzen sie in einem Hotel, spielen Karten und trinken Bier.
Von Greg Bluestein Zu Hunderten haben sie sich gemeldet, wollen sie den Menschen in New Orleans helfen, doch die Federal Emergency Management Agency (FEMA), die Katastrophenschutzbehörde der USA, hat noch immer keine Entscheidung getroffen, wo die Freiwilligen Feuerwehrleute eingesetzt werden sollen. «Jeden Abend hören wir in den Nachrichten die Leute, die fragen, warum sie von allen vergessen worden seien», sagt Joseph Manning aus Pennsylvania. «Aber wir haben sie nicht vergessen. Wir sitzen in Atlanta fest und trinken Bier.»
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Verantwortlich für die Einsatzplanung der FEMA ist Tony Russell. Die Leute sollten so schnell wie möglich an ihre Einsatzorte, versichert er. Aber erst müsse sichergestellt werden, dass sie dorthin geschickt würden, wo sie auch am dringendsten benötigt würden.
Vier Tage tatenlos im Hotel Am Dienstag waren einige Feuerwehrleute wie Thomas Blomgren aus Battle Creek in Michigan schon vier Tage tatenlos in dem Hotel. Jetzt erhielten er und ein Kollege den Bescheid, dass sie für Büroarbeiten in ein Auffanglager für Flüchtlinge nach South Carolina geschickt werden sollten. «Die FEMA hat die besten der besten Feuerwehrleute angeheuert, sie hierher geholt und ihnen einen Sekretärinnenjob gegeben», schimpft Blomgren. Dabei habe er ebenso wie sein Kollege Steven Richardson die Anweisung der FEMA befolgt und Ausrüstung für einen Monat unter schwierigsten Bedingungen mitgenommen. «Wir hätten besser Bleistifte und Handys mitbringen sollen», brummt Blomgren vor sich hin.«Menschen sind in Not», sagt Russell. «Manchmal muss man da auch nur den Boden wischen, wenn es das ist, was am besten für die Opfer ist.» Schreibtischarbeit sei nun mal sehr wichtig, aber die Prioritäten könnten sich auch schnell ändern. Wer sich darüber aufrege, könne ja gehen. «Das ist schließlich keine Einberufung», sagt der Katastrophenschutzbeamte.
Impfungen und Spezialkurse Mindestens zwei Tage seien nötig, um die Freiwilligen zu erfassen und auszubilden, sagt Russel. Von 2.000 angeforderten Männern seien 500 bereits in das Katastrophenschutzgebiet geschickt worden, hunderte weitere warteten auf ihren Einsatzbefehl. In der Zwischenzeit werden die Feuerwehrleute, einige von ihnen aus dem äußersten Nordwesten der USA gekommen, gegen Krankheiten geimpft. Außerdem können sie an Spezialkursen teilnehmen - darunter die Aufklärung von sexueller Belästigung oder die Geschichte der FEMA.«Das ist schon frustrierend, weil wir hier bereits ein paar Tage sind», sagt Kelly Wayne Sisson aus La Mesa in Kalifornien. «Aber die FEMA ist eine große Maschine. Wir werden losgeschickt, wenn die Zeit dafür da ist.» (AP)
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