netzeitung.deWirtschaft will keine «chinesischen Mauern»

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Autoherstellung in China (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Autoherstellung in China
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Wachstumsregion Asien setzt die Industrieländer unter gewaltigen Druck. Die Asien-Pazifik-Konferenz setzt dennoch auf Partnerschaften und offenen Märkte.

Mit einem klaren Bekenntnis gegen die Errichtung von Schutzmauern gegen Investoren aus Asien ist die 11. Asien-Pazifik Konferenz (APK) der deutschen Wirtschaft in Seoul zu Ende gegangen. «Asiatische Unternehmen sind willkommen», sagte BASF-Chef und Vorsitzende des Asien-Pazifik Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Jürgen Hambrecht, zum Abschluss der zweitägigen Tagung in der südkoreanischen Hauptstadt. Es spiele dabei auch keine Rolle, ob es sich bei den Investoren um private oder staatliche Fonds handele.

Was sich bei den Vorträgen und Gesprächen der über 500 Teilnehmer herausgearbeitet habe, sei die Erkenntnis, dass die deutsche Wirtschaft «keine chinesische Mauer» benötige, betonte Hambrecht. Sie setze deshalb auf wirtschaftliche Partnerschaftsabkommen. Das sei ein wichtiges Thema der Tagung gewesen. Partnerschaft bedeute aber auch, dass man fair miteinander umgehe und sich notfalls gegen unfaire Praktiken wehre.

Hambrecht forderte zugleich größere Innovationsanstrengungen in Deutschland. «Aber eben nicht nur dort; wir müssen das Innovationspotenzial in Asien stärker nutzen und uns dort weiterentwickeln.» In einigen Bereichen in Asien herrsche ein offeneres Innovationsklima als in Europa. Auch sieht er noch große Steigerungsfähigkeit für das Exportgeschäft nach Asien. Es gingen nur zehn Prozent der weltgrößten Exportnation nach Asien.

Forschung und Ingenieurausbildung koppeln
An der APK beteiligten sich auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos und der EU-Kommissar Günter Verheugen. Glos beschränkte sich darauf, zum Schluss wie bereits zur Eröffnung die strategische Bedeutung der wachsenden Märkte in Asien für die europäische Wirtschaft zu betonen. Es gehe darum, Asien als Chance zu sehen und gegen die «Angstmache, was die Globalisierung angeht», vorzugehen. Die Konferenz bezeichnete er als «ein sehr großes Symbol, was die deutsche Wirtschaft in Zukunft in Asien zu unternehmen gedenkt».

Glos nahm auch an der Einweihung eines neuen Gebäudes für das Korean-German Institute of Technology (KGIT) im neu entwickelten Stadtteil Sangam an der Seouler Stadtgrenze zur Provinz Kyonggi teil. KGIT ist als koreanisch-deutsche Forschungs- und Lehreinrichtung geplant, in der unter anderem in Zusammenarbeit mit zehn deutschen Universitäten Spitzentechnologien entwickelt und hoch qualifizierter wissenschaftlicher Nachwuchs ausgebildet werden soll.

Grundgedanke des Projektes sei es, «die Forschung mit der ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung zu koppeln», sagte Glos. Für die im Aufbau befindliche Universität gibt es bisher allerdings noch keine Lehrerlaubnis durch die koreanische Regierung. (nz/dpa)