netzeitung.deHeiligendamm ist abgeschnitten

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Ein Kontrollpunkt zwischen Bad Doberan und Heiligendamm (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ein Kontrollpunkt zwischen Bad Doberan und Heiligendamm
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Zaun rund um das Ostseebad Heiligendamm ist in Betrieb genommen worden. Nur noch über zwei Kontrollstellen können Anwohner den Ort des G8-Gipfels betreten oder verlassen. Bilderschau: Das Bollwerk von Heiligendamm

Das Ostseebad Heiligendamm, Tagungsort des G8-Gipfels, ist seit Mittwochfrüh von der Öffentlichkeit abgeschnitten. Am Morgen wurden die beiden Tore an den Zufahrtsstraßen geschlossen, ein zwölf Kilometer langer Zaun schirmt nun den Ort komplett ab. Einwohner und andere zutrittsberechtigte Personen wie Hotelpersonal oder Zulieferer können über zwei Kontrollstellen nach Heiligendamm gelangen.

Dieser Personenkreis war in den vergangenen Wochen registriert und mit Sonderausweisen ausgestattet worden. Der Zaun wird einen Tag nach Ende des Gipfels wieder geöffnet. Die Bewohner der Region müssen nun teilweise erhebliche Umwege fahren.

Der 2,50 Meter hohe Zaun ist das deutlichste äußere Zeichen des Gipfels, er hatte wegen der hohen Kosten von 12,5 Millionen Euro zu heftigen Diskussionen geführt. Zum Zaun - im Polizeijargon technische Sperre genannt - gehören ein 50 Zentimeter in die Tiefe reichender Unterkriechschutz und ein oben liegender Stacheldraht. Er ist mit Kameras und Bewegungsmeldern ausgerüstet.

Der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, verteidigte die scharfen Sicherheitsmaßnahmen. Die Gipfelteilnehmer zählten zu den am meisten gefährdeten Personen, sagte der CDU-Politiker im ARD-Morgenmagazin. Das Treffen sei das erste in Deutschland nach den Anschlägen vom 11. September 2001. «Insofern sind die Sicherheitsanforderungen wesentlich gestiegen.»

Deutsche pessimistisch
Die Mehrheit der Deutschen rechnet nicht mit einem Durchbruch in der Klimapolitik beim G8-Gipfel. Bei einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag der «Frankfurter Rundschau» gaben 73 Prozent der Befragten an, dass sie nicht glaubten, es werde einen Durchbruch in der Klimapolitik geben.

Nur 24 Prozent äußerten sich optimistisch. Insgesamt 55 Prozent der 1002 Befragten halten den G8-Gipfel grundsätzlich für wertvoll - 41 Prozent fänden, man könne auf die große Show in Heiligendamm ebenso gut verzichten. Merkel wurde von 81 Prozent der Befragten gelobt - quer durch alle Altersgruppen und Parteien. Unter den CDU-Anhängern äußerten sich demnach 92 Prozent positiv, unter den SPD-Anhängern noch 82 Prozent und bei den Anhängen der Linkspartei immerhin noch 71 Prozent. (dpa/AP)