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Klimawandel kostet Haushalte 250 Euro im Jahr

14. Mrz 2007 14:54
Ein indischer Bauer läuft durch sein vertrocknetes Reisfeld.
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Die Folgen des Klimawandels verursachen hierzulande Kosten in dreistelliger Milliardenhöhe, warnt das DIW. Expertin Kemfert kritisiert zugleich, dass beim Thema derzeit Hysterie herrsche.

Ein ungebremster Klimawandel könnte in Deutschland bis ins Jahr 2050 Kosten von 800 Milliarden Euro verursachen. Das prognostiziert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin in seinem am Mittwoch veröffentlichten Wochenbericht.

Danach wird die globale Oberflächentemperatur ohne forcierten Klimaschutz bis zur Jahrhundertwende um bis zu 4,5 Grad steigen. Die Bundesbürger müssten dann Klimaschäden in Höhe von 330 Milliarden Euro verkraften. Ihre Energiekosten stiegen um 300 Milliarden Euro. Für Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel würden zusätzliche 170 Milliarden Euro fällig.

Hysterie beim Thema Klimaschutz kritisiert

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  • Der durchschnittliche Haushalt in Deutschland müsste in diesem Fall mit Mehrausgaben von 250 Euro pro Jahr rechnen, sagte die Autorin der Studie, Claudia Kemfert. Sie leitet beim DIW die Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt und ist Professorin für Umweltökonomie an der Humboldt-Universität in Berlin. Damit die Erderwärmung nur um zwei Grad steige, müsste jeder Deutsche seinen rein rechnerischen Kohlendioxid-Ausstoß von 10,4 Tonnen pro Jahr auf drei Tonnen vermindern. Dies hält Kemfert aber für nicht wahrscheinlich.

    Sie kritisierte, derzeit herrsche beim Thema Klimaschutz Hysterie: «Jeden Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben.» Man könne aber beispielsweise den Deutschen ihre Fernreisen nicht verbieten. Erforderlich seien neue Technologien wie Flugzeuge oder Autos, die kein Treibhausgas CO2 ausstoßen. «Steckt mehr Geld in die Erforschung solcher Techniken», forderte die Wissenschaftlerin.

    Tourismus ändert sich

    Wie der jüngste Klimabericht der Vereinten Nationen zeige, sei der Klimawandel kaum noch aufzuhalten, erklärte Kemfert. Stark wachsende Volkswirtschaften wie China und Indien oder «sehr energiehungrige Nationen wie die USA» befürchteten, die Verminderung von Treibhausgasen könnte zu wirtschaftlichen Einbußen führen. «Vor diesem Hintergrund ist es wahrscheinlich, dass der Klimawandel sich eher beschleunigen wird.»

    Claudia Kemfert
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    Für die deutsche Land- und Forstwirtschaft bedeutet das laut DIW eine erhöhte Waldbrandgefahr, mehr Schädlinge, Ernte-Einbußen, Wasserknappheit auf der einen und Sturmfluten auf der anderen Seite. Der Tourismus werde sich ändern: Bei einem Grad Erderwärmung gibt es demzufolge in rund 60 Prozent der deutschen Wintersportgebieten keinen Schnee mehr, bei 4,5 Grad sind sämtliche deutschen Skigebiete «schneefrei». Mehr Touristen würden an Nord- und Ostsee statt ins Ausland strömen.

    Ölförderung durch Stürme beeinträchtigt

    Auch der Gesundheitssektor wird der Studie zufolge vom Klimawandel getroffen. Krankheiten aus tropischen oder subtropischen Gebieten wie Malaria können in Deutschland auftreten. Die Hitzebelastung nimmt zu, auch die Zahl der hitzebedingten Sterbefälle.

    In extremen Hitzeperioden wird es in Deutschland voraussichtlich nicht genug Wasser in den Flüssen geben, um die Kraftwerke ausreichend mit Kühlwasser zu versorgen. Energiepreise können der Studie zufolge auch deshalb sprunghaft steigen, weil Stürme und Hurrikane weltweit die Ölförderung beeinträchtigen. Das DIW sieht zur Verminderung der Kohlendioxid- Emissionen vier Ansatzpunkte: Energie sparen und Effizienz verbessern, Umstieg auf CO2-arme Brenn- und Antriebsstoffe, technologische Innovationen sowie drastischer Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien. (AP)

     
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