Chodorkowski nennt neue Anklage «Farce»
Michail Chodorkowski ist sich sicher: die neue Anklage gegen ihn habe mit Rechtsstaatlichkeit nichts gemein. In einem Brief, den er im Internet veröffentlichte, schreibt der inhaftierte Ex-Öl-Oligarch, die neuen Vorwürfe seien «eine Farce».
Die Moskauer Ermittler werfen Chodorkowski die «Aneignung anvertrauten Eigentums» und Geldwäsche in Milliardenhöhe vor. Darauf stehen bis zu 15 Jahre Haft. Beobachter weisen auf die Nähe der Ermittlungen zu den Parlamentswahlen im Dezember und den Präsidentenwahlen im März 2008 hin. Nach Verbüßung der Hälfte seiner ursprünglichen Strafe hätte Chodorkowski im Oktober einen Antrag auf vorzeitige Entlassung auf Bewährung stellen können. Die neuen Vorwürfe verhindern dies.
Bei einem Haftprüfungstermin verhängte ein Gericht der ostsibirischen Stadt Tschita gegen den früheren Jukos-Großaktionär Untersuchungshaft bis zum 30. März. Bis dahin will die Staatsanwaltschaft ihre neuen Ermittlungen gegen Chodorkowski und seinen Geschäftspartner Platon Lebedew abschließen.

