netzeitung.dePutin findet Gas-Opec «interessante Idee»

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Wladimir Putin (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wladimir Putin
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Russlands Ministerpräsident Putin verwahrt sich gegen den Vorwurf, Energiereserven als außenpolitische Waffe einzusetzen. Absprachen unter den Gas-Produzenten hält er dagegen für überlegenswert.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich für eine bessere Koordination der Gas-Exportländer nach dem Vorbild der Ölstaaten ausgesprochen. «Die Idee einer Gas-Opec ist interessant, wir werden darüber nachdenken», sagte Putin am Donnerstag in Moskau. Doch habe Russland keine konkreten Pläne in diese Richtung. «Wir werden kein Kartell gründen, aber es wäre richtig, unsere Aktivitäten zu koordinieren», betonte der Präsident. Der Iran hatte in der vergangenen Woche solche Überlegungen aufgebracht.

Putin wies zugleich Vorwürfe zurück, Russland setze seinen Öl- und Gasreichtum als politische Waffe ein. Russland werde stets vorgeworfen, «seine alten und neuen wirtschaftlichen Leistungen zu benutzen, um außenpolitische Ziele zu erreichen. Dem ist nicht so.»

Putin will «faire» Preise«
Russland wolle faire Preise für Gas und Öl erzielen, nachdem das Land die ehemaligen Sowjetrepubliken jahrelang zu Preisen unter Marktniveau beliefert habe. «Wir sind nicht verpflichtet, die Wirtschaft anderer Länder zu bezuschussen», sagte Putin. «Das tut niemand, warum wird es also von uns verlangt?»

Mit Blick auf Europa sagte Putin, es beunruhige ihn nicht, wenn die EU über eine Diversifizierung ihrer Energielieferanten nachdenke. «Aber wenn wir das hören, müssen wir auch überlegen, wohin wir unsere Produkte verkaufen können», sagte der Präsident. Russland baut derzeit mehrere neue Pipelines, darunter auch eine erste in Richtung Osten zur Versorgung Chinas und anderer asiatischer Länder.

Putin verspricht demokratischen Wahlkampf
Der russische Präsident äußerte sich auch zu seinem potenziellen Nachfolger. Die zweite Amtszeit Putins endet 2008 – eine dritte Periode in Folge ist nach geltendem russischem Recht ausgeschlossen.

Bei der Wahl im März 2008 werde es keinen Nachfolger geben, sondern Kandidaten für die Präsidentschaft, versicherte Putin. Nach Einschätzung von Beobachtern favorisiert der Kreml den stellvertretenden Ministerpräsidenten Dimitri Medwedew und Verteidigungsminister Sergej Iwanow als mögliche Nachfolger. Putin sagte jedoch, die Regierung müsse für einen demokratischen Wahlkampf sorgen. Er behalte sich das Recht vor, seine Präferenz bekannt zu machen, doch das wäre auf die Zeit vor der Wahl beschränkt. (nz)