netzeitung.deFrance24 bietet CNN die Stirn

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Journalisten in der Redaktion des Nachrichtensenders France24 (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Journalisten in der Redaktion des Nachrichtensenders France24
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Frankreichs Präsident Chirac will sein Land im Fernsehen nicht mehr als «zu feige» brandmarken lassen: Ein neuer Nachrichtensender tritt auch in englisch gegen CNN und BBC an - allerdings mit vergleichsweise schmalem Budget.

Der erste internationale Nachrichtensender in französischer Sprache startet am Mittwochabend – allerdings zunächst nur im Internet. France24 will mit seinem Informationsprogramm nach eigenen Angaben weltweit bis zu 80 Millionen Haushalte mit 250 Millionen Zuschauern erreichen. Ab Freitag früh werde das Programm auch über Satellit gesendet und in Kabelnetze eingespeist, teilte der Sender in Paris mit.

Außerhalb Europa werde France24 in Teilen Asiens, dem Nahen Osten und in Afrika zu empfangen sein. Auch die US-Hauptstadt Washington und New York würden erreicht, hieß es. Der in Paris ansässige Sender positioniert sich damit klar gegen die bestehende internationale Konkurrenz, den US-Sender CNN, die britische BBC und den in Doha beheimateten, hauptsächlich arabischsprachigen Anbieter Al-Dschasira.

Franzosen «zu feige»?
Das spiegelt den Hintergrund der Entstehung von France24 wider: Staatspräsident Jacques Chirac hatte während des Irak-Kriegs vor vier Jahren die Dominanz der englischsprachigen Medien beklagt: US-Amerikaner und Briten hätten einseitig über den Konflikt berichtet, warf er ihnen vor. Auf CNN war Frankreich unter anderem als «zu feige» bezeichnet worden, um mitzumachen. Staatschef Chirac kündigte daraufhin den Aufbau eines eigenen Nachrichtenprogramms in französischer Sprache an.

Den betreibt der öffentlich-rechtliche Sender France Télévisions nun gemeinsam mit dem privaten französischen Konkurrenten TF1. Für das kommende Jahr steht den 380 Mitarbeitern – darunter 170 Journalisten – in der Zentrale in einem Vorort von Paris ein Budget von 86 Millionen Euro zur Verfügung. CNN gibt im Jahr umgerechnet 1,6 Milliarden Euro aus. Der Etat von BBC World summiert sich auf umgerechnet 600 Millionen Euro.

Arabisch und Spanisch im Kommen
Die Konkurrenz will France24 mit dem ebenfalls gestarteten englischen Ton zu den Nachrichtenbeiträgen angehen. Sie sollen über Politik, Wirtschaft Kultur und Sport, aber auch das Wetter informieren. Schon Mitte 2007 könnte ein weiterer Kanal mit arabischem Ton gesatertet werden, teilte der Sender mit. In Planung sei zudem ein paralleles Angebot in Spanisch. (nz)