netzeitung.deG8-Treffen wird für Schwerin extrem teuer

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US-Präsident Bush zu Besuch bei Kanzlerin Merkel in Stralsund (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe US-Präsident Bush zu Besuch bei Kanzlerin Merkel in Stralsund
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Kosten für den G8-Gipfel in Mecklenburg-Vorpommern sind drei Mal so hoch wie ursprünglich angenommen. Die Linkspartei warnt vor einer «sicherheits- politischen Überforderung» des Landes.

Deutschland muss mit deutlich höheren Kosten für das G8-Treffen im Juni 2007 in Heiligendamm rechnen als bisher geplant. Nach Berechnungen des Schweriner Finanzministeriums hat allein das Land Mecklenburg-Vorpommern statt der in den Haushalt eingestellten zehn Millionen Euro nun 33,7 Millionen Euro für den insgesamt mit 92 Millionen Euro veranschlagten Gipfel zu zahlen, wie der NDR am Freitag berichtete. Das Finanzministerium in Schwerin bestätigte die Zahlen.

Finanzministerin Sigrid Keler (SPD) erwartet vom Landtag offenbar noch im November die Freigabe von 12,5 Millionen Euro. Damit soll den Angaben zufolge vor allem der geplante kilometerlange Sicherheitszaun um das Nobelbad Heiligendamm bezahlt werden. Die Linkspartei warnte, Mecklenburg-Vorpommern drohe auf Millionenbeiträgen sitzen zu bleiben. «Das Land ist mit dem G8-Gipfel finanziell und sicherheitspolitisch überfordert», sagte deren innenpolitischer Sprecher Peter Ritter.

CDU will mit Bund verhandeln
CDU-Fraktionschef Armin Jäger wertet den G8-Gipfel dagegen als «eine große Chance, unser Land weltoffen und freundlich zu präsentieren». Über die Kostenaufteilung müsse in aller Ruhe mit dem Bund gesprochen werden, wobei mit der neuen schwarz-roten Koalition eine bessere Gesprächsebene als unter der früheren rot-roten Landesregierung gegeben sei.

Die Landesregierung erarbeitet nach Jägers Angaben derzeit einen Antrag zur G8-Finanzierung, der kommenden Mittwoch in den Landtag eingebracht werden soll. Noch immer streiten Schwerin und Berlin über die Kostenverteilung für den Besuch des US-Präsidenten George W. Bush im vergangenen Juli in Stralsund.

Das Land hatte die Kosten mit 14 Millionen Euro angegeben, was der Bund als nicht nachvollziehbar bezeichnete. Ein Berliner Regierungssprecher hatte angekündigt, die Bundesregierung wolle die Kosten «zu einem erklecklichen Anteil» übernehmen. (nz)