31. Okt 2006 14:21
Zahlreiche afrikanische Länder verzeichnen zwar schon seit Jahren ein deutliches Wirtschaftswachstum. Dennoch ist Afrika nach Angaben der Weltbank der einzige Kontinent in dem die Zahl der Armen weiter steigt.
Nach Einschätzung der Weltbank haben zwar einige afrikanische Länder spürbare soziale und wirtschaftliche Forstschritte erzielt, andere Staaten sind in ihrer Entwicklung indes zurückgefallen. Im Durchschnitt sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Afrika im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent gestiegen nach 5,4 Prozent in 2004, wie die Weltbank bei der Veröffentlichung der «Entwicklungsindikatoren in Afrika 2006» am Montagabend in Washington mitteilte.So hätten Länder wie Senegal, Mosambik, Burkina Faso, Uganda und Ghana bedeutende Teile ihrer Bevölkerung über die Armutsschwelle gehoben, hieß es in dem Bericht. «Das Afrika von heute ist ein Kontinent im Aufbruch, auf dem es greifbare Fortschritte bei der Verbesserung im Gesundheits- und Bildungswesen, bei Wachstum, Handel und Maßnahmen zur Verringerung der Armut gibt», sagte der für die afrikanische Region zuständige Weltbank-Vizepräsident Gobind Nankani.
Die jüngsten Daten der Weltbank zeichnen ein sehr unterschiedliches Bild des afrikanischen Kontinents: Einige Länder boomen, andere stagnieren oder fallen gar zurück. Zu den erfolgreichsten Ländern mit Blick auf die Wachstumsraten gehört Äquatorialguinea. Durch seine Ölausfuhren erzielte das kleine westafrikanische Land in 2004 ein BIP-Wachstum von 20,9 Prozent. Schlusslicht war das von einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise erschütterte Simbabwe, dessen Wirtschaft um 2,4 Prozent schrumpfte.Der Weltbank zufolge haben 16 afrikanische Ländern seit Mitte der 90er Jahre ein jährliches Wirtschaftswachstum von konstant über 4,5 erreicht. Die Haushaltsdefizite hätten sich verringert und die Inflation sei auf einem historischen Tiefstand. Doch viele Probleme seien noch nicht bewältigt, räumte die Weltbank ein. Afrika sei der einzige der Kontinent dieser Welt, in der die absolute Zahl der Armen weiter steige.
Konflikte, Korruption und hohe Zollhürden behinderten nach Ansicht der Weltbank die wirtschaftliche Entwicklung und den Kampf gegen die Armut. Die Organisation fordert den Abbau von Handelsschranken und Investitionsbürokratie. Nur 1,6 Prozent der weltweiten über zehn Milliarden Dollar schweren Direktinvestitionen fließen demnach nach Afrika.Positiv hob die Weltbank allerdings hervor, dass heute in Afrika 93 von 100 Kindern eines Jahrgangs eingeschult werden, statt 72 Kindern im Jahr 1990. (nz)