11.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Songhua-Fluss in Nordostchina
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Umweltgefährdende Industriebetriebe seien «irrational» über ganz China verteilt, warnt der Vize-Umweltminister des Landes. «Alle zwei bis drei Tage» werde ein Fluss ernsthaft verschmutzt - zuletzt erst am Wochenende.
In China ist eine gravierende Umweltverschmutzung von Flüssen an der Tagesordnung. «Alle zwei bis drei Tage» erlebe die Volksrepublik einen Zwischenfall, bei dem ein Fluss ernsthaft verschmutzt werde, sagte Vize-Umweltminister Pan Yue auf einem Unternehmerforum in Peking. Dort findet derzeit der fünfte Weltwasserkongress statt, auf dem sich rund 3000 Teilnehmer Wissenschaftler, Beamte und Unternehmensvertreter treffen.
Sie beraten bis Donnerstag über die Herausforderungen durch den globalen Wasserbedarf und beschäftigen sich insbesondere mit dem Gastgeberland. Es ist das erste Mal, das der alle zwei Jahre stattfindende Kongress in einer asiatischen Stadt tagt. 2004 fand er im marokkanischen Marrakesch statt. Zur Eröffnung versprach Vizepremier Zeng Peiyan einen besseren Schutz der geringen Wasserressourcen Chinas. Er hieß ausländische Investitionen willkommen.
Mehr Kläranlagen in StädtenIn China mangelt es 340 Millionen Menschen an Zugang zu sauberem Trinkwasser, vor allen in den ländlichen Regionen. Das Land will nach Angaben von Vize-Bauminister Qiu Baoxing zwischen 2006 und 2010 über 330 Milliarden Yuan (32,6 Milliarden Euro) in den Bau von Kläranlagen in städtischen Gebieten investieren.
Vize-Umweltminister Pan berichtete, in den elf Monaten seit der Umweltkatastrophe auf dem Songhua-Fluss in Nordostchina habe es 130 Wasserverschmutzungen gegeben. Umweltgefährdende Industriebetriebe seien «irrational» im Lande verteilt, zitierte ihn die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Mehr als 20.000 Chemiefabriken lägen an den großen Flüssen Chinas.
Wichtige Trinkwasserquelle bedrohtNach einer offiziellen Studie verwenden chinesische Fabriken als Fünf- bis Zehnfache der Wassermenge, die Fabriken in entwickelten Ländern für die gleiche Produktionsleistung im Schnitt verbrauchen. Nach dem jüngsten Chemieunfall in Zentralchina sind 80.000 Menschen in Yueyang seit dem Wochenende wegen einer Arsenvergiftung des Xinqiang-Flusses ohne Trinkwasser.
Auch der zweitgrößte Frischwassersee Chinas, der Dongting-See, ist bedroht. Das Wasser des Sees könne aber weiter getrunken werden, auch wenn die Arsenwerte «höher als normal sind», berichtete die staatlichen Umweltbehörde Sepa. Der See ist eine wichtige Trinkwasserquelle für die Provinz Hunan. (nz)