06. Sep 2006 12:37
Die Chinesen sehen keinen Grund dafür, dass die EU weiterhin Schuhimporte mit hohen Zöllen belegt. Besonders die europäischen Produzentenländer sehen das anders.
China wehrt sich gegen die drohende Verlängerung der EU-Strafzölle auf Schuhimporte aus der Volksrepublik und Vietnam. Die Europäische Union (EU) solle die «unangemessene» Bewertung der chinesischen Schuh-Einfuhren aufgeben, forderte das Handelsministerium in Peking am Mittwoch. Europa müsse anerkennen, dass in China Schuhe unter marktwirtschaftlichen Bedingungen hergestellt würden.In der vergangenen Woche hatte EU-Wettbewerbskommissar Peter Mandelson angeregt, die seit April vorläufig verhängten Strafzölle ab Oktober um fünf Jahre zu verlängern. Derzeit werden Lederschuhe aus China mit einem Strafzoll von 16,5 Prozent belegt, Lederschuhe aus Vietnam mit zehn Prozent. Brüssel begründet die Beschränkungen mit unzulässigen Beihilfen, die China und Vietnam ihrer Schuhindustrie leisteten.
Die Zölle sind unter den Mitgliedern der EU nicht unumstritten. Einige Länder – darunter auch Deutschland und Großbritannien – lehnen die Handelssanktionen ab. Befürworter sind hingegen Produzentenländer wie Frankreich, Italien und Spanien, die ihre Märkte vor Billig-Importen schützen wollen.In Deutschland hatte die Schuhhandels-Branche bereits gewarnt, die Zölle könnten zu Preiserhöhungen führen. Hierzulande stammt jedes zweite Paar Schuhe aus Ostasien.