22.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Rohre für den Bau einer Gaspipeline
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Gasprom rechnet mit Lieferschwierigkeiten in Westeuropa. Schuld sei die Ukraine: Das Land entnehme den Pipelines Gas und fülle damit seine Reserven auf.
Der halbstaatliche russische Energiekonzern Gasprom warnt vor einer Versorgungskrise in Europa. «Wir werden wohl nicht so viel Gas liefern können, wie notwendig wäre», sagte Co-Verwaltungsratschef Alexander Medwedew dem «Manager Magazin». Hintergrund ist der anhaltende Streit mit der Ukraine über Gaslieferungen an das mitteleuropäische Land. Medwedew beschuldigt die Ukraine, «zu viel Gas aus dem Leitungssystem zu entnehmen oder es im hohen Maße in Reservespeicher zu pumpen, ohne vertragliche Grundlage». Über die Ukraine verläuft die Gaspipeline, welche auch Westeuropa mit russischem Gas versorgt.
Irritiert zeigte sich der Gasprom-Manager angesichts der Bedenken in der EU über eine Expansion des Energiekonzerns nach Westeuropa. Falls die Wünsche der EU-Staaten nach mehr Unabhängigkeit von russischem Gas ernst gemeint seinen, «müssen wir ernsthaft darüber nachdenken, wo wir zukünftig unser Gas verkaufen werden», kündigte Medwedew an. Gasproms Ziel sei es, in jedem wichtigen europäischen Markt einen Marktanteil von 20 Prozent am Endkundenmarkt zu erreichen, bekräftigte der Manager.
Teil der Strategie sei es auch, Eon
am sibirischen Gasfeld Juschno Russkoje zu beteiligen. Im Gegenzug erwarte das Unternehmen den Zugang zu den Eon-Vertriebsmärkten. «Wir haben bereits definiert, welche Assets in Europa Teil des Deals mit Eon sein könnten. Derzeit befinden wir uns in der Phase der Bewertung.» Er sei sehr optimistisch, dass sich die EU-Kommission dem nicht aus kartellrechtlichen Gründen versperrt. (nz)