netzeitung.deSchröder für fairen Umgang mit Gasprom

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Wladimir Putin und Gerhard Schröder (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wladimir Putin und Gerhard Schröder
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Russische Unternehmen sollten die gleichen Chancen in Europa haben, wie andere Konzerne auch, fordert Ex-Kanzler Schröder. Für ihn ist es nur natürlich, dass sich Gasprom nach neuen Kunden umschaut.

Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat im Streit zwischen der Europäischen Union und Russland um gegenseitige Beteiligungen im Energiesektor massiv Partei für den Kreml ergriffen. «Europa sollte den russischen Unternehmen die gleichen Rechte einräumen, die europäischen Konzernen in Russland gewährt werden», sagte Schröder am Montag auf einer Investorenkonferenz in Moskau.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Betreibergesellschaft für den Bau der Ostsee-Gaspipeline nannte Forderungen innerhalb der EU, die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zu beenden, «irreführend».

Gasprom agiert «nur natürlich»
Europa könne nicht erwarten, dass Russland glücklich sei, dem Westen Energie liefern zu dürfen, sagte Schröder. Die Ankündigung des vom Kreml kontrollierten Gasmonopolisten Gasprom, neue Absatzmärkte außerhalb der EU zu suchen, ist nach den Worten des Altkanzlers nicht als Erpressung zu interpretieren: «Es ist nur natürlich, dass Russland sich nach neuen Kunden in Asien umsieht», sagte Schröder.

In den vergangenen Monaten hatte die Gasprom-Führung wiederholt geklagt, der Westen verhindere einen Einstieg des weltgrößten Gasförderers in die lukrativen Endverbraucher-Märkte innerhalb der EU. In der Folge drohte Gasprom damit, sein Gas vermehrt nach Asien zu liefern und löste damit Verstimmung bei mehreren europäischen Regierungen aus.

Naher Osten keine zuverlässige Alternative
Die energiereichen Ländern des Nahen Ostens sowie die afrikanischen Förderstaaten seien keine zuverlässigen Alternativen zu Russland, sagte Schröder. «Es gibt keine stabilere Förderregion für Öl und Gas als Russland», bekräftigte der Altkanzler, der in Moskau als wichtiger Fürsprecher russischer Interessen in Europa gilt.

Präsident Wladimir Putin steht seit dem Gasstreit mit der Ukraine zum Jahresbeginn in der Kritik, die Energieexporte des Landes zunehmend für außenpolitische Ziele des Kremls zu instrumentalisieren. Russland hatte dem Nachbarland im vergangenen Jahr kurzzeitig die Gaszufuhr gekappt, um höhere Preise durchzusetzen.

Schröder warnte auch davor, im Atom-Streit Sanktionen gegen den Iran zu erheben: Der Ex-Kanzler geht davon aus, dass in einem solchen Fall der Ölpreis bis auf 100 Dollar je Barrel (159 Liter) steigen könnte. Derzeit liegt er bei etwa 70 Dollar. (nz)