China verstärkt Kampf gegen die «Guore»
Die chinesische Zentralbank hat jetzt beschlossen, die Leitzinsen erneut anzuheben. Nichts wirklich Ungewöhnliches wenn die Zinsen nicht schon jetzt relativ hoch wären. Die US-Amerikaner sorgen sich schon bei einem Zinsniveau von 4,75 Prozent um die Konjunktur. In China liegen die Zinsen nach dem jüngsten Schritt der People's Bank of China, der am Freitag in Kraft tritt, bei knapp sechs Prozent. Trotzdem zeigt die Wirtschaft der Volksrepublik keine Anzeichen, dass sich das Wachstum verlangsamen könnte.
Viel getan hat sich seither nicht: Mitte März verabschiedete der Volkskongress zwar den neuen Fünf-Jahres-Plan. Demnach soll die Wirtschaft (nur) noch jährlich um 7,5 Prozent wachsen. Derzeit liegt das Durchschnittswachstum seit 1979 bei 9,6 Prozent. Viele Experten sind sich aber schon jetzt sicher, dass China zumindest im laufenden Jahr die anvisierten acht Prozent Wirtschaftswachstum deutlich überschreiten wird.
Die politische Führung versucht schon seit längeren, Unternehmen davon zu überzeugen, ihr Wachstum mehr mit Eigenkapital und weniger über Kredite zu finanzieren. Der jüngste Zinsschritt trägt dazu bei, Kredit teurer zu machen.
Die Inflation kann bisher nur unzureichend als Maßstab für eine Überhitzung der Wirtschaft herangezogen werden - auch wenn sie mittlerweile bei rund vier Prozent liegt. Zu viele Preise werden noch direkt oder indirekt von der Zentralregierung in Peking kontrolliert. Entsprechend schwierig ist eine Prognose, ob die Regierung es schafft, der Wirtschaft zu einer weichen Landung zu verhelfen.
Für das Web ediert von Marcus Gatzke

