China von G7-Kritik unbeeindruckt
24.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Zuvor hatten die sieben großen Industriestaaten (G7) die Politik Chinas deutlich kritisiert und eine schnelle Aufwertung der Währung, die derzeit noch an den Dollar gekoppelt ist, gefordert. Experten gehen davon aus, dass der Yuan um bis zu 40 Prozent gegenüber dem Dollar unterbewertet ist. Mit der niedrigen Bewertung wird die chinesische Exportwirtschaft gestützt. Exporte nach China werden dagegen deutlich teurer.
Um die eigene Wirtschaft nicht zu stark zu belasten, hat die chinesische Regierung - nach anhaltendem Druck vor allem aus den USA beschlossen, ihre Währung langsam und schrittweise aufzuwerten. Im vergangenen Juli wurde die Währung zum Dollar um 2,1 Prozent aufgewertet. Seit dem ist der Yuan-Kurs um weitere 1,2 Prozent zum Dollar gestiegen.
Die G7-Finanzminister und -Notenbankchefs führten in einer eigenen Erklärung zu den wachsenden Problemen ihre Lösungsforderungen auf: eine höhere Sparrate in den USA, mehr Strukturreformen in Europa und Japan sowie höhere Wechselkursflexibilität in China. «Wechselkurse sollten die wirtschaftlichen Fundamentaldaten widerspiegeln«, hieß es in der G7-Erklärung. Anpassungen der Wechselkursparitäten seien nötig, sagte auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) - aber in geordnetem Rahmen und nicht abrupt.
China hat erst vor kurzem Japan als größter Käufer von ausländischen Staatsanleihen überholt. Die genaue Höhe und die Zusammensetzung der Anleihen, die im Besitz Chinas sind, ist unbekannt. Experten gehen jedoch davon aus, dass der größten Teil aus den USA stammt. Die hohe Importquote der USA zwingt die Vereinigten Staaten zu einem erhöhten Kapitalimport. Dieser wurde in der Vergangenheit gerade durch asiatische Zentralbanken, die vermehrt amerikanische Staatsanleihen gekauft haben, ermöglicht. (nz)

