netzeitung.deChina von G7-Kritik unbeeindruckt

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Chinas Zentralbank-Chef Zhou Xiaochuan (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Chinas Zentralbank-Chef Zhou Xiaochuan
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Die chinesische Regierung will an der Politik der sehr behutsamen Aufwertung des Yuan festhalten. Die überraschend deutlich geäußerte Kritik der G7-Staaten blieb in China ohne Wirkung.

Die chinesische Regierung will den heimischen Yuan nicht schneller und deutlicher gegenüber den wichtigsten Währungen der Welt aufwerten. Die am Wochenende von den G7-Staaten überraschend deutlich geäußerte Kritik an der Währungspolitik Chinas wurde vom Zentralbankchef Chinas zurückgewiesen: Die Geschwindigkeit, mit der der Yuan aufgewertet werde, sei «okay», sagte der Präsident der Peoples Bank of China, Zhou Xiaochuan, laut «Wall Street Journal». Der Weg sei gut für China und werde von vielen Staaten begrüßt.

Zuvor hatten die sieben großen Industriestaaten (G7) die Politik Chinas deutlich kritisiert und eine schnelle Aufwertung der Währung, die derzeit noch an den Dollar gekoppelt ist, gefordert. Experten gehen davon aus, dass der Yuan um bis zu 40 Prozent gegenüber dem Dollar unterbewertet ist. Mit der niedrigen Bewertung wird die chinesische Exportwirtschaft gestützt. Exporte nach China werden dagegen deutlich teurer.

Um die eigene Wirtschaft nicht zu stark zu belasten, hat die chinesische Regierung - nach anhaltendem Druck vor allem aus den USA – beschlossen, ihre Währung langsam und schrittweise aufzuwerten. Im vergangenen Juli wurde die Währung zum Dollar um 2,1 Prozent aufgewertet. Seit dem ist der Yuan-Kurs um weitere 1,2 Prozent zum Dollar gestiegen.

G7 kritisiert China
Für die USA reichen diese Schritte jedoch bei weitem nicht aus. Verschiedene Politiker haben von US-Präsident George W. Bush bereits Importzölle auf chinesische Waren gefordert, um den Druck auf Peking zu erhöhen. Die USA importieren seit Jahren deutlich mehr als sie exportieren – das wachsende Ungleichgewicht wird von vielen Experten als Gefahr für die Stabilität der Weltwirtschaft angesehen. Allein im Verhältnis mit China betrug das US-Handelsbilanzdefizit im vergangenen Jahr mehr als 200 Milliarden Dollar.

Die G7-Finanzminister und -Notenbankchefs führten in einer eigenen Erklärung zu den wachsenden Problemen ihre Lösungsforderungen auf: eine höhere Sparrate in den USA, mehr Strukturreformen in Europa und Japan sowie höhere Wechselkursflexibilität in China. «Wechselkurse sollten die wirtschaftlichen Fundamentaldaten widerspiegeln«, hieß es in der G7-Erklärung. Anpassungen der Wechselkursparitäten seien nötig, sagte auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) - aber in geordnetem Rahmen und nicht abrupt.

Handelsdefizit gut für USA
Chinas Zentralbankchef Zhou verwies dagegen darauf, dass Chinas Handelsüberschuss mit den USA gut für beide Länder sei. «China kann sagen, dass der Status quo gut für die USA ist, weil wir amerikanische Staatsanleihen und damit den amerikanischen Konsumenten stützen», argumentierte er.

China hat erst vor kurzem Japan als größter Käufer von ausländischen Staatsanleihen überholt. Die genaue Höhe und die Zusammensetzung der Anleihen, die im Besitz Chinas sind, ist unbekannt. Experten gehen jedoch davon aus, dass der größten Teil aus den USA stammt. Die hohe Importquote der USA zwingt die Vereinigten Staaten zu einem erhöhten Kapitalimport. Dieser wurde in der Vergangenheit gerade durch asiatische Zentralbanken, die vermehrt amerikanische Staatsanleihen gekauft haben, ermöglicht. (nz)