Verpestete Luft, verdreckte Flüße: China vor Umweltkatastrophe:
China warnt vor einer Umweltkatastrophe
22.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Chinesin mit Mundschutz
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das rasante Wirtschaftswachstum in China führt zu einer Umweltkatastrophe in den Städten und auf dem Land, räumt Peking ein. Das Land müsse deswegen rasch auf Erneuerbare Energien setzen.
China sieht sich selbst am Rande einer ökologischen Katastrophe: «China steckt in der Umweltkrise, wir dürfen uns da nichts vormachen», sagte der stellvertretende Umweltminister Pan Yue dem «Handelsblatt» (HB). So seien die Lebensbedingungen in den Städten, aber auch auf dem Land mittlerweile erschreckend: In jeder dritten Stadt sei die Luft stark verpestet, 90 Prozent aller Flüsse, die durch Städte fließen, seien verdreckt, das Wasser nur zum Teil noch als Trinkwasser nutzbar, 300 Millionen Bauern hätten inzwischen keinen Zugang mehr zu sauberem Trinkwasser, erläutert der Umweltpolitiker. Pan gelte als bedeutender «Vordenker» der Regierung, deren «Rückendeckung» er genieße, hieß es im «HB».
Wirtschaftswachstum erzeugt DruckDabei gingen von der Umweltbelastungen nicht nur Gefahren für Menschen und Tiere hervor, sondern auch für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. «Wassermangel und Umweltverschmutzung bedrohen die Wirtschaftsentwicklung, die Stabilität der Gesellschaft und die Gesundheit der Menschen», betonte Pan. Außerdem räumte der Politiker ein, die Regierung in Peking habe zwar viele Gesetze gegen Umweltverschmutzung erlassen diese würden allerdings von vielen Unternehmen und in einer Reihe von Regionen nicht beachtet.
Pan forderte höhere Energiepreise, um die Unternehmen zum Sparen zu ermuntern. Außerdem müsse sein Land auf Erneuerbare Energien wie Wind-, Solar- und Wasserkraft setzen, um die Umwelt zu entlasten. Die Erneuerbaren Energien müssten trotz hoher Kosten entwickelt und gefördert werden, damit sie schnell zum Einsatz kommen. China müsse außerdem jetzt handeln, denn das Land stehe «wegen der enormen Wirtschaftsentwicklung unter einem Umweltdruck, den noch kein anderer Staat erlebt habe», mahnte Pan. (nz)