netzeitung.deUSA wollen härter gegen China vorgehen

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Rob Portman (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Rob Portman
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Die Amerikaner haben zwar durchaus Vorteile aus dem Handel mit China - aber das Land hält sich einfach nicht an internationale Standards, meint die US-Regierung. Eine Arbeitsgruppe soll sich auf mögliche WTO-Klagen vorbereiten.

Die amerikanische Regierung sorgt sich, dass der wachsende Handel mit der Volksrepublik China der eigenen Wirtschaft schaden könnte. Der US-Handelsbeauftragte Rob Portman kündigte am Dienstag in Washington an, die bestehenden Handelsgesetze mit größerer Härte durchzusetzen.

Die USA werfen China vor, die grassierende Marken-Piraterie nicht einzudämmen und internationale Arbeitsstandards nicht einzuhalten. Eine von Portman in Auftrag gegebene Studie warnt deshalb vor einem «erodierenden Effekt auf die politische Unterstützung» innerhalb der USA im Handel mit China. Portman macht in diesem Zusammenhang auch die chinesische Regierung für das ausufernde Handelsbilanzdefizit in den USA verantwortlich. Er warf den Chinesen vor, die eigene Industrie «massiv» zu subventionieren.

WTO-Klagen wahrscheinlich
Im vergangenen Jahr lag das Handelsbilanz-Defizit der USA bei 725,75 Milliarden Dollar – allein rund 200 Milliarden Dollar stammten dabei aus dem Handel mit China. Portman gestand zwar ein, dass die amerikanischen Verbraucher auch Vorteile aus dem Handel mit China genießen würden. Aber da die chinesische Regierung amerikanische Interessen völlig außer acht lasse, sei die «öffentliche Unterstützung» für den Handel mit China in Gefahr, warnte der Handelsbeauftragte.

Portman kündigte an, eine spezielle Arbeitsgruppe zu bilden. Diese soll sich schon auf potenzielle Klagen der USA vor der Welthandelsorganisation (WTO) vorbereiten. Die Behörde Portmans soll sich zudem künftig auch verstärkt mit China auseinandersetzen.

China: Alles nur Show
Das chinesische Handelsministerium wollte die Äußerungen Portmans nicht kommentieren. Der chinesische Handelsexperte Mei Xinyu bezeichnete die Vorwürfe im «Wall Street Journal» jedoch als «Show», um den US-Kongress zufrieden zu stellen.

Der chinesische Exportboom in die USA habe seine Ursache allein in der hohen Nachfrage in den Vereinigten Staaten und nicht in bösen Verschwörungen. «Es sind amerikanische Unternehmen, die ihre Produktion nach China verlagern und amerikanische Konsumenten die aus freiem Stücken US-Produkte kaufen», betonte er. (nz)