25.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Bundeskanzlerin Angela Merkel in Davos.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Bundeskanzlerin Merkel hat das Weltwirtschaftsforum in Davos eröffnet. Herausforderungen sollten als Chancen begriffen werden, sagte sie.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Mittwoch das Weltwirtschaftsforum in Davos mit einem klaren Bekenntnis zu einer reformierten sozialen Marktwirtschaft in Deutschland und zur «Freisetzung aller verfügbaren Kräfte für Wachstum» eröffnet. Sie sagte, Deutschland wolle im internationalen Wettbewerb nicht nur bestehen, sondern vor allem in Europa wieder in die Spitzengruppe. Sie nannte das Ziel, die Bundesrepublik innerhalb von zehn Jahren unter die drei Länder mit dem größten Wirtschaftswachstum in Europa zu bringen.
Im Kampf gegen Arbeitslosigkeit und geringes Wirtschaftswachstum seien maßvolle und kreative Schritte gefragt, sagte sie unter Anspielung auf das Motto der Konferenz «Der kreative Imperativ».
Globalisierung gestaltenMerkel kündigte an, dass Deutschland, wenn es im kommenden Jahr den Vorsitz in der EU und in der G-8 der sieben wichtigen Industriestaaten und Russland übernimmt, bei der Gestaltung der Weltwirtschaft eine führende Rolle einnehmen werde. «Wir müssen die Frage beantworten, welchen Ordnungsrahmen unsere veränderte Welt braucht», sagte die Kanzlerin. Sie sprach sich ferner für eine Stärkung der Welthandelsorganisation (WTO) und die Einbindung der ärmeren Länder in einen freien Welthandel aus.
Merkel sagte, sie halte die Globalisierung für gestaltbar: «Wer im Wettbewerb der Ideen besteht, der kann auch seine Zukunft gestalten.» Sie verstehe aber die Ängste der Menschen vor der Globalisierung. «Sie haben das Vertrauen verloren, dass Politik die Folgen der Globalisierung gestalten kann», meinte die Kanzlerin. Aber Deutschland habe auch erlebt, dass die neue Freiheit durch den Fall der Mauer das Land unter einen stärkeren Wettbewerbdruck gesetzt habe. «Es wäre fatal, wenn wir nicht die Kraft aufbrächten, Herausforderungen als Chance zu begreifen», so Merkel.
Bis zum Sonntag werden mehr als 2200 Unternehmenschefs, Politiker und Wissenschaftler über globale Wirtschaftsprobleme beraten. (nz)