Oslo will mit Boeing nichts mehr zu tun haben
05.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Atompilz
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Norwegen will die Rente seiner Bürger nicht durch Beteiligung an Firmen absichern, die mit Atomwaffen Geld verdienen. So wurden die vom früheren Ölfonds gehaltenen Aktien des Luftfahrtkonzerns Boeing abgestoßen.
Norwegen lehnt Beteiligungen an Firmen ab, die in die Herstellung von Atomwaffen involviert sind. Der staatliche «Pensionsfonds Ausland» hat deshalb Anteile im Wert von 3,3 Milliarden norwegische Kronen (415 Millionen Euro) an sieben Firmen verkauft, teilte die Regierung am Donnerstag in Oslo mit. Norwegen betrete mit dem Schritt «ethisches Neuland», was auch international beachtet werde, sagte Finanzministerin Kristin Halvorsen.
Ausgeschlossen von staatlichen Investments wurden beispielsweise das Raumfahrtunternehmen Boeing und der US-Mischkonzern Honeywell. Boeing liefere Teile zur Instandhaltung und Modernisierung von nuklearen US-Interkontinentalraketen, begründete die Ministerin den Schritt. Honeywell liefere indessen Computersimulationen für Atombombenexplosionen. Überdies wurden die US-Konzerne United Technologies und Northrop-Grumman sowie die britische BAE, Finmeccanica aus Italien und das französische Unternehmen Safran ausgeschlossen.
Öl für RenteDer Pensionsfonds, früher «Ölfonds» genannt, investiert Gewinne aus der Öl- und Gasförderung in der Nordsee auf den internationalen Märkten. Mit dem Geld sollen langfristig Pensionszahlungen abgesichert werden. Mit einem Volumen von 1,28 Billionen Kronen, also mehr als 160 Milliarden Euro, ist der staatliche Fonds einer der größten institutionellen Anleger der Welt. (nz)