«Katrina» löst finanzielle Katastrophe aus
06.10.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Im Bundesstaat Louisiana wurden im vergangenen Monat knapp 88 Millionen Dollar an Arbeitslosenunterstützung ausgezahlt rund vier Mal so viel wie noch vor einem Jahr. Insgesamt 183.000 US-Bürger meldeten sich zwischen dem 18. und dem 24. September arbeitslos. Zum Vergleich: In der Woche vor «Katrina» waren rund 29.000.
Ein Ende ist nicht in Sicht. Experten befürchten eine weitere Welle von Arbeitslosen, denn viele Unternehmen haben ihre Mitarbeiter zunächst auf den Lohnlisten gehalten bis auch sie eingestehen müssen, dass die Gehälter nicht mehr gezahlt werden können.
Langsam wird für viele der Betroffenen das Geld knapp: Das Haus mag zwar nicht mehr stehen die Hypothek muss aber trotzdem abgezahlt werden. Einige Hausbesitzer haben nach einem Bericht des «Wall Street Journal» nur wenige Wochen zusätzlich Zeit bekommen, um die fälligen Zahlungen zu leisten.
Die staatliche Hilfe läuft derweil nur äußerst schleppend. Die nationale Katastrophenbehörde, die Federal Emergency Management Agency Fema, hat nach eigenen Angaben bisher 3,1 Milliarden Dollar ausgezahlt. Viel Geld, könnten Außenstehende meinen - aber die Milliarden wurden auf insgesamt eine Millionen Haushalte verteilt. Durchschnittlich erhielt jeder Haushalt demnach 3100 Dollar. Das dürfte bei weitem nicht genug sein, um die Betroffenen vor dem finanziellen Ruin zu retten. Der Gesamtschaden durch «Katrina» wird mit inzwischen 250 Milliarden Dollar beziffert.
Laut «New York Times» wächst auf der anderen Seite die Zahl derer, die unrechtmäßig Hilfsgelder abkassieren wollen. In einem Fall benutzte ein Frau die Adresse ihrer Tante in New Orleans, um Hilfsgelder zu erhalten. Andere wollten Geld für Häuser, die niemals existiert haben.
Für das Web ediert von Marcus Gatzke

