WTO lehnt EU-Bananenzölle als unzulässig ab
Auf Druck der USA und Ekuadors und nach mehrjährigem Handelsstreit hatte die EU 2001 beschlossen, die Einfuhren nur noch über Zölle zu regeln. Brüssel hatte pro eingeführter Tonne einen Zoll von 230 Euro statt bisher 75 Euro aufschlagen wollen. Dafür sollten, wie in den Welthandelsregeln vereinbart, die Mengenbeschränkungen bei der Einfuhr wegfallen. Die alten Zollsätze hätten für Produzenten in den afrikanischen, karibischen und pazifischen Ex-Kolonien (AKP-Staaten) bestimmter EU-Staaten weiter gelten sollen.
Man hoffe nun auf die Kooperation aller Parteien, um zu einer für alle Seiten akzeptablen Lösung zu gelangen, betonte er. Gibt es bis Ende des Jahres keine Einigung, wollen die lateinamerikanischen Staaten den Streit auf die Agenda des WTO-Ministertreffens im Dezember in Hongkong setzen.
Auch Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) wertete den Schlichterspruch der WTO positiv und forderte eine schnelle Lösung. «Die EU-Kommission ist gefordert, die Chance konstruktiv zu nutzen, um den langwierigen Streit beizulegen», sagte sie. Deutschland wolle möglichst niedrige Zölle.
Bereits 1997 und 1999 hatte die EU Handelsstreits um Bananen vor dem WTO-Schiedsgericht verloren. Brüssel hatte daraufhin zunächst die Kontingente für Drittländer erhöht. Auf Grund des anhaltenden Drucks hatte die EU schließlich zugesagt, bis 2006 die Quotenregelung durch ein reines Zollsystem zu ersetzen. Die EU ist laut WTO der größte Importeur von Bananen. Im Jahr 2004 führten die 25 Staaten rund 3,9 Millionen Tonnen Bananen ein. (nz)

