Wieczorek-Zeul fordert von USA weniger Rüstungsausgaben und mehr Entwicklungshilfe
Bundesentwicklungshilfe-Ministerin Heidemaire Wieczorek-Zeul (SPD) hat die Vereinigten Staaten indirekt aufgefordert, mehr Geld für Entwicklungshilfe auszugeben. «Die weltweiten Rüstungsausgaben sind wieder auf rund eine Milliarde Dollar gestiegen davon stammt allein die Hälfte aus dem US-Haushalt», sagte sie im Interview mit der Netzeitung. Zugleich würden nur 78 Milliarden Dollar für Entwicklungs-Zusammenarbeit ausgeben.
«Das ist ein krasses Missverhältnis», so die Ministerin weiter. «Wenn wir die Verhältnisse nur ein Stück weit verschieben, tun wir mehr gegen Gewalt und Hass in der Welt als mit einer weiteren Aufrüstung.» Zusätzlich forderte Wieczorek-Zeul von den USA, ihre «Milliarden-Subventionen für 25.000 Großfarmer» mit Baumwoll-Anbau zu beenden. «Damit wird ein ungerechter Handel gegenüber westafrikanischen Ländern zementiert», kritisierte sie. Die Vereinigten Staaten müssten sich «auf einen wirklich notwendigen Reformprozess einstellen».
Nur über eine gerechtere Welthandelsordnung hätten die Entwicklungsländer bessere Chancen, ihre Einkommen zu sichern. Im Gegenzug seien sie dann auch weniger auf Unterstützung aus den Industrienationen angewiesen.
Wiecrozek-Zeul widersprach zudem der FDP, die das Entwicklungshilfeministerium nach einem möglichen Wahlsieg von Schwarz-Gelb im Herbst abschaffen will: «Wir werden weltweit dafür beneidet, ein eigenes Entwicklungsressort zu haben», sagte sie. «Gerade die Unterordnung unter kurzfristige Ziele anderer Ministerien wäre das Falscheste was man machen kann.»

