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Französische Politiker besorgt um Danone

20. Jul 2005 11:39, ergänzt 11:59
Joghurtdrink von Danone
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Eine drohende feindliche Übernahme von Danone durch Pepsi hat französische Politiker auf den Plan gerufen. Es hieß, der US-Getränkekonzern habe bereits Investmentbanken für des Kauf des Joghurt-Herstellers gefunden.

Französische Politiker haben sich besorgt über eine mögliche feindliche Übernahme des französischen Nahrungsmittelkonzerns Danone durch den US-Konzern Pepsico geäußert. «Mit allen Mitteln» wolle die Regierung eine feindliche Übernahme verhindern, sagte Arbeitsminister Jean-Louis Borloo am Mittwoch dem Sender Europe 1. Der Konzern - der weltgrößte Anbieter von Mineralwasser und Milchprodukten - sei mehr als ein nationales «Prunkstück».

Ähnlich hatte sich zuvor auch schon Patrick Ollier von der regierenden konservativen Partei UMP geäußert, der den Wirtschaftsausschuss der französischen Nationalversammlung leitet: Die Übernahme von «Juwelen» durch ausländische Unternehmen sei «skandalös», sagte er der Wirtschaftszeitung «Les Echos».

Er sei sehr beunruhigt von der Vorstellung, Pepsico könnte die Herrschaft bei Danone übernehmen, sagte Ollier weiter. Er stellte in Aussicht, Danone werde Hilfe von institutionellen Investoren erhalten, darunter die Caisse des Dépôts. Das staatliche Kreditinstitut hält bereits Anteile an Danone.

Angeblich Investmentbanken beauftragt

Die Bemerkungen aus der Politik stärken die Übernahmegerüchte um Danone und Pepsico, die es bereits seit Anfang Juli gibt. Übernahmegerüchte um Danone habe es in der Vergangenheit immer wieder gegeben, zitierte die «Welt» am Mittwoch unternehmensnahe Kreise. Doch sie seien niemals so fundiert gewesen wie jetzt. Vor diesem Hintergrund erreichte die Danone-Aktie am Dienstag ein Jahreshoch und legte am Mittwoch im Verlauf weiter um mehr als sechs Prozent zu. Danone wird derzeit mit mehr als 23 Milliarden Euro bewertet. Pepsico lehnte eine Stellungnahme zu den Gerüchten ab.

Wie die «Financial Times» (FT) am Mittwoch berichtete, soll Pepsico die Investmentbanken Morgan Stanley und UBS beauftragt haben, das Unternehmen bei einer möglichen Übernahme zu beraten. In den vergangenen Wochen habe es erste Gespräche zwischen Pepsico und Danone gegeben, berichtete die «Financial Times Deutschland» unter Berufung auf Unternehmenskreise. Die Verhandlungen seien derzeit noch in einer sehr frühen Phase, ein offizielles Angebot gebe es noch nicht.

Danone verfügt über Giftpille

Zugleich zitierte die «FT» aber auch anonyme Kreise aus dem Umfeld des US-Konzerns, wonach es unwahrscheinlich sei, dass Pepsico ein feindliches Übernahmeangebot abgeben werde. Denn es sei wenig Erfolg versprechend, wenn ein US-Unternehmen eine solche Offerte für einen «nationalen französischen Champion» starte.

Der «Welt» zufolge hält Danone-Chef Franck Riboud aber eine kleine Giftpille parat: Laut Unternehmenssatzung würden nämlich die Stimmrechte eines Angreifers, der weniger als 66 Prozent des Kapitals hält, automatisch auf sechs Prozent beschränkt. Zudem müsse jeder Käufer Danone über einen Kapitalanstieg von mehr als 0,5 Prozent informieren, sonst verfielen seine Stimmrechte.

Weißer Ritter aus der Schweiz?

Analysten von Société Générale spekulieren zudem, dass ein Angriff den schweizerischen Lebensmittelkonzern Nestlé als so genannten Weißen Ritter auf den Plan rufen würde. So werden Unternehmen bezeichnet, die einen feindlichen Übernahmeversuch durch ein eigenes Angebot für eine befreundete Firma verhindern. «Nestlé und Danone haben zu viele gemeinsame Interessen und teilen zu viele Märkte, als dass die Schweizer Danone von einem Konkurrenten schlucken lassen. Nestlé kann mehr Synergien erzeugen als jeder anderer Käufer und kann deshalb einen besseren Preis bieten.»

Danone ist Europas größter Joghurthersteller. Zu dem Konzern gehören zudem französische Traditionsmarken wie Evian und Volvic. In der Kekssparte hat Danone beispielsweise die Marke LU. Der Konzern gilt als Übernahmeziel, weil mehr als 80 Prozent des Kapitals in Streubesitz sind. Bereits 2004 wurde über eine Übernahme von Danone – damals durch Unilever – spekuliert.

 
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