netzeitung.deUSA erheben Importquoten für China-Textilien

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Textilproduktion in China (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Textilproduktion in China
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Die USA wollen den Import bestimmter Textilien aus China mit Hilfe von Quoten begrenzen. Seit Jahresbeginn ist in den USA die Menge aus China eingeführter Baumwollhosen um 1500 Prozent gestiegen.

Nur wenige Monate nach dem Wegfall von Handelsbeschränkungen im weltweiten Textilhandel wollen die USA neue Importquoten für bestimmte Textilien aus China verhängen. Das teilte US-Handelsminister Carlos Gutierrez am Freitag in Washington mit. Seit dem Wegfall des globalen Quotensystems für die Textilbranche seien die Einfuhren aus China drastisch gestiegen.
1500 Prozent mehr Hosen aus China
Damit stelle China eine Gefahr für die US-Bekleidungsindustrie dar, hieß es weiter. Heimische Produzenten hatten Maßnahmen gefordert, weil sie angesichts zunehmender Importware aus der Volksrepublik tausende Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten bedroht sehen.

Betroffen von der geplanten Quotierung, die noch in diesem Monat in Kraft treten könnte, sind Baumwollhosen, Baumwollshirts und Unterwäsche. Nach früheren Daten sind die Importe von Baumwollhosen aus China in die USA in den ersten vier Monaten dieses Jahres um 1500 Prozent gestiegen. Bei Baumwollshirts betrug der Anstieg rund 1350 Prozent.

Chinas Regierung empört
Zudem erwägt die Bush-Regierung Schutzmaßnahmen für weitere Textilkategorien. Die Quoten sind in den USA nicht unumstritten: Einzelhändler lehnen sie ab, weil sie befürchten, dass dies zu Preiserhöhungen für die Verbraucher und damit möglicherweise zu Umsatzrückgängen führen werde.

Die chinesische Regierung reagierte empört auf die Ankündigung aus Washington. Die Wiedereinsetzung von Importquoten verstoße gegen internationale Freihandelsabkommen, erklärte das Pekinger Wirtschaftsministerium am Samstag. Der Schritt «widerspricht dem Geist und den Grundprinzipien der Welthandelsorganisation». Sollte die Maßnahme nicht wieder zurückgenommen werden, werfe dies einen Schatten auf die Handelsbeziehungen beider Länder.

EU prüft ebenfalls Maßnahmen
Gutierrez kündigte zugleich Gespräche mit der chinesischen Regierung an, um eine Lösung zu finden, die «die ordnungsgemäße Entwicklung des Handels in einem quotenfreien Umfeld erlaubt». Die Europäische Union prüft derzeit ebenfalls mögliche Sanktionen gegen billige Textilimporte aus China.

Erst kürzlich waren Vertreter der EU – darunter Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner – in Peking: Sie forderten «freiwillige» Maßnahmen der chinesischen Führung, um die Exporte zu begrenzen. Die EU denkt ebenfalls über Importbeschränkungen nach. (nz)