Weltsozialforum beklatscht zum Abschluss Chavez' Aufruf zur Revolution
31.01.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Den Berichten zufolge wurde die Rede des linksnationalistischen, autoritär herrschenden Chavez begeistert von den Zuschauern aufgenommen. Neben den 15.000 Menschen in der Veranstaltungshalle hätten weitere 10.000 davor die rund 90-minütige Rede bejubelt, hieß es. Chavez forderte, den Kapitalismus zu überwinden und durch einen «menschlichen Sozialismus» zu ersetzen, bei dem der Mensch und nicht der Staat im Mittelpunkt stehen solle. So werde sich das «Projekt des Lebens» gegen das «Projekt der Zerstörung dieses schönen Planeten» durchsetzen.
Das Weltsozialforum, das sich als Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsgipfel versteht, zu dem sich jedes Jahr Vertreter von Wirtschaft und Politik im schweizerischen Davos einfinden, wird im kommenden Jahr nicht als zentrale Veranstaltung durchgeführt, wie die Organisatoren mitteilten. Statt dessen werde auf jedem Kontinent ein Regionalforum veranstaltet. 2007 sei dann erneut ein zentrales Treffen der Globalisierungskritiker geplant, das erstmals in Afrika stattfinden werde.
Zudem müsse die Privatisierung von «Gemeinschaftsgütern der Menschheit» verhindert werden. Dazu solle insbesondere der Zugang zu sauberem Trinkwasser als Menschenrecht anerkannt werden. Als Vorbild für eine geforderte UN-Resolution dazu wurde Uruguay genannt: In dem südamerikanischen Land hatte Wasser als öffentliches Gut und Menschenrecht nach einer Volksabstimmung Verfassungsrang erlangt. (nz)

