30.11.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Briefvorstand Hans-Dieter Petram hat keine Angst vor dem Wettbewerb;
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Aufhebung des Briefmonopols ab dem Jahr 2008 bereitet der Post keine Sorgen. Die elektronische Post in Form von E-Mails sei «viel bedrohlicher als der Wettbewerb», sagte Briefvorstand Hans-Dieter Petram.
Die Deutsche Post ist für den Wegfall des Briefmonopols im Jahr 2008 gerüstet. Der Konzern habe vor dem Wettbewerb keine Angst, sagte Briefvorstand Hans-Dieter Petram dem «Handelsblatt», wie die Zeitung am Dienstag vorab berichtete. «Die Deutsche Post wird durch den Wettbewerb kaum Marktanteile verlieren», fügte Petram hinzu.
Die Deutsche Post erreiche im inländischen Briefgeschäft einen Marktanteil von rund 95 Prozent. Mit erheblichen Portosenkungen rechnet Petram aber nicht. «Wenn bei der Deutschen Post durch Regulierung die Preise drastisch gesenkt werden, wäre der Wettbewerb tot», sagte er weiter. Die wenigen kleinen Wettbewerber seien durchschnittlich 20 bis 30 Prozent preisgünstiger als die Post.
Liberalisierung ohne EffektDurch die Liberalisierung werde das Unternehmen weder einen Umsatz- noch einen Gewinneinbruch erleiden, sagte Petram. Er räumte aber ein, dass es dadurch zu strukturellen Veränderungen innerhalb des Briefgeschäfts kommen werde. Während der Anteil der Privatkunden sinke, werde der Brief «immer mehr ein Thema für Geschäftskunden».
Viel bedrohlicher als der Wettbewerb sei der Briefersatz durch E-Mails, warnte Petram. Dies wolle die Deutsche Post durch den Ausbau des Werbegeschäfts und neuer Angebote für Geschäftskunden sowie Mehrwertleistungen ausgleichen. (nz)