netzeitung.deHP-Chefin Fiorina glaubt an Deutschland

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HP-Chefin Carly Fiorina (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe HP-Chefin Carly Fiorina
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Hewlett-Packard will sich nicht dem Diktat kurzfristig denkender Fondsmanager unterordnen. Im Gegenteil: Für HP-Chefin Fiorina hat auch ein global agierendes Unternehmen soziale Verantwortung.

Die Chefin des amerikanischen Computerkonzerns Hewlett-Packard (HP), Carly Fiorina, rechnet mit eine weiteren Konzentrationswelle im Technologiesektor. «Die Anforderungen an die IT-Anbieter steigen», sagte Fiorina in einem Interview mit der Wochenzeitung «Die Zeit». «Und wenn die Anforderungen steigen, gibt es immer weniger Firmen, die die Latte noch überspringen.»

Der wirklich globale Wettbewerb habe sich erst in den vergangenen zehn Jahren entwickelt. Zwar werde künftig nicht nur noch in China produziert, «aber es wird sich kaum vermeiden lassen, dass mehr und mehr Produktionsstätten nach Asien abwandern», sagte Fiorina weiter.

Umso wichtiger sei es für die alten Industriestaaten, «alle Kraft darauf zu konzentrieren, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken», ist sie überzeugt. Für den Standort Deutschland gibt sich die HP-Chefin optimistisch: «Ich glaube, dass die meisten Menschen inzwischen begriffen haben, dass einige schwierige Entscheidungen notwendig sind, damit dieses Land wettbewerbsfähig bleibt.»

Ruf des Unternehmens wichtig
Für Fiorina hat ein globales Unternehmen wie Hewlett-Packard auch soziale Verantwortung: «Ich denke, dass ein Vorstand und ein Vorstandschef genau wissen sollten, wann sie den kurzfristigen Interessen kurzfristig denkender Investoren folgen sollten.» Soziales und gesellschaftliches Engagement würden sich für ein Unternehmen durchaus lohnen. Es gebe «einen Zusammenhang zwischen dem Ruf des Unternehmens und der Loyalität und dem Engagement der Mitarbeiter», so die HP-Chefin.

Die meisten Angestellten würden wissen wollen, ob sie auf das Unternehmen, für das sie arbeiten, stolz sein können. «Nur dann kann eine Firma die besten Talenten, die besten Mitarbeiter gewinnen.» Die Analysten seien dagegen «vor allem an kurzfristigen Ergebnissen interessiert». Der Job eines Vorstands-Chefs sei aber, «über die nächsten fünf oder zehn Jahre nachzudenken.» (nz)