Hollywood startet Kampagne gegen Film-Piraterie
17.06.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Gern illegal kopiert: Finding Nemo
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die großen Filmfirmen der USA wollen massiv gegen das illegale Kopieren von Filmen vorgehen. Klagen, ähnlich denen der Musikindustrie, werden erwogen.
Eine neue Initiative der Interessensgemeinschaft der US-Filmindustrie, Motion Picture Association of America (MPAA), sieht vor, den Online-Tauschhandel mit illegalen kopierten Spielfilmen stärker zu überwachen. Der Schritt sei Teil einer groß angelegten Kampagne gegen Filmpiraterie im Internet, die dem Phänomen nach den Vorstellungen der MPAA den Garaus machen soll, berichtet die Newssite C-Net.
600.000 Filme pro TagDie amerikanische Filmindustrie beobachtet den ständig steigenden Handel mit Filmen an Internet-Tauschbörsen seit längerem mit großer Sorge, hielt sich jedoch bisher mit größeren Maßnahmen zurück. Die zunehmende Anzahl von Breitbandanschlüssen und DVD-Brennern in den US-Haushalten trägt zudem zu einer Vergrößerung des Phänomens bei, das jedoch bei weitem nicht die Ausmaße des illegalen Tauschs von Musikdateien hat. Pro Tag werden nach Schätzungen der MPAA 400.000 bis 600.000 illegal kopierte oder heimlich von der Kinoleinwand abgefilmte Spielfilme im Netz getauscht.
Colleges im VisierEine weitere geplante Maßnahmen ist eine vorwiegend an Jugendliche gerichtete Anzeigenkampagne in Zeitungen und Zeitschriften sowie ein Projekt, das in enger Zusammenarbeit mit den amerikanischen Schulen zu einem besseren Rechtverständnis und der Akzeptanz eines Online-Verhaltensdkodex' bei US-Jugendlichen führen soll. Vor allem die Colleges, die meist über Hochgeschwindigkeitsleitungen mit dem Internet verbunden sind, stellen in den USA Zentren des illegalen Herunterladens von Filmen und Musik dar. Allein durch die dortigen Tauschaktivitäten seien den Studios Einnahmen in Milliardenhöhe entgangen.
Noch keine KlagenDie MPAA erklärte darüber hinaus, man sei noch nicht weit genug, um wie die Musikindustrie gegen einzelne Teilnehmer an Internet-Tausachbörsen zu klagen, man erwäge diese Schritt jedoch ernsthaft und sei nur nicht mehr weit davon entfernt, ihn umzusetzen. MPAA-Vorstand Jack Valenti sagte in einer Erklärung, er hoffe, die Informations- und Erziehungskampagne werde die Tauschaktivitäten eindämmen, man halte sich jedoch alle Optionen für rechtliche Schritte offen.